Tja, in Hamburg steht ein Landesparteitag der Piratenpartei an, und somit auch die Neuwahl des Vorstands. Ich wurde sowohl als Beisitzer als auch für den Vorstandsvorsitz nominiert, habe dann mit einem Nominierten für den Vizevorsitz die Plätze getauscht und vor allem sehr viel nachgedacht. Über die Piraten, die hoffen, ich würde kandidieren, über die Aufgaben, die mich erwarteten, über die inhaltliche Arbeit, die mir so sehr am Herzen liegt, über Für und Wider und vor allem, über das, was andere wollen und das, was ich selbst will.
Wenn ich kandidiere und gewählt würde, könnte ich größeren Einfluss nehmen, administrativ mitgestalten, stünde im Vordergrund, hätte wahrscheinlich viele Termine wahrzunehmen und wäre wohl für die Partei irgendwie wichtiger, als ich es heute bin.
Lehne ich die Kandidatur ab, könnte ich mich auf die inhaltliche Arbeit konzentrieren, mich auch anderen Projekten widmen, hätte mehr Zeit für Herrn Jinx und dinge, die mich sonst noch interessieren.
Ich habe also lange nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich dieses Brett nicht bohren werde, sozusagen, da es zwar dröge, aber nicht dick genug ist. Ich werde also inhaltlich arbeiten, dem Presseteam vollständig erhalten bleiben und meine Freizeit auch für andere Dinge reservieren, als da sind: mein Privatleben, die Volkshochschulkurse, die ich abhalten soll, meine Hobbies.
Und ich werde dem intriganten Schmierlappen, den sich die Hamburger Piraten leider nicht nur zur Belustigung halten, in aller Deutlichkeit sagen können, dass er mich kreuzweise kann, wenn er mich wieder zuseibelt, ohne mich fragen zu müssen, ob das so angemessen ist, wenn man ja kandidieren möchte.
Es ist eine Entscheidung, die mich wieder in Einklang mit mir selbst gebracht hat, und das ist, was wirklich zählt.
Und ja, es ist eine egoistische (vielleicht sogar ein bisschen hedonistische) Entscheidung, keine altruistische. Aber, boah, fühlt sich das gut an. The best things in life are free.

