Piraten-Jinx

February 12, 2010

Kompetenz

Filed under: Internes, Nervköppe, Piraten, Vollpfosten — admin @ 7:41 pm

Wir haben uns auf die Fahnen geschrieben, dass wir die Kompetenzpartei seien, wir sagen gern, dass wir weder rechts noch links, sondern vorne sind, und das ist schön. Noch schöner wäre, wenn es auch wahr wäre.

Bei den Piraten lässt sich ein überdurchschnittliches Bildungsniveau feststellen, der Wille, sich politisch einzubringen, eine Menge Kompetenz auf vielen Gebieten bei den Mitgliedern sowie der Wunsch, auf eine andere Art Politik zu machen, als die etablierten Parteien das tun. Dies macht die Piraten für viele attraktiv, die vorher nicht politisch aktiv waren, und das gilt auch für mich.

Leider lässt sich diese Kompetenz in den Führungsetagen der Partei nicht immer erkennen, teilweise darf man sie gar mit dem Staubkamm suchen. Unser oberster Medienpirat, der ob angeblicher Medienkompetenz in sein Amt gewählt wurde und nun deutlich zeigt, dass er entweder nicht weiß, was Medienkompetenz ist, oder dass es ihm scheißegal ist (was beides ungefähr auf dasselbe hinausläuft), ist hierfür ein gutes Beispiel. Wir, die Kompetenten und Intelligenten, haben ihn auf dem letzten Bundesparteitag in Hamburg auch gewählt, weil er sich geschickt dargestellt hat, und das ist, was wir für diesen Posten brauchen. Das war nicht schlau, vielleicht sollte man niemanden wählen, der erst seit 14 Tagen in der Partei ist, wie Aaron/Stefan Koenig damals, aber wir haben gelernt (auch ich habe gesündigt, ich war politisch jung und wusste es nicht besser). Wir werden uns hoffentlich auf dem nächsten Bundesparteitag weniger inkompetent und unintelligent gebärden.

Es ist eine allgemein bekannte Tatsache, dass es nicht immer die Besten und/oder Geeignetsten sind, die sich zur Wahl stellen, und man muss eben auch das wählen, was da ist, und das ist eben nicht immer das, was man gern wählen würde. Oft ist es auch ein Zeitproblem, das Piraten von einer Kandidatur abhält – und es ist natürlich zu begrüßen, wenn ein Kandidat sich bewusst ist, dass er wegen Zeitmangels ein Amt nicht so wird ausfüllen können, wie er gern möchte. Dies führte jedoch zu einem beklagenswerten Zustand, der nicht alle Vorstandsmitglieder der Piraten betrifft, aber doch zu viele.

So haben wir neben unserem Obersten Unfähigen/Unwilligen/Unbelehrbaren auch Leute, die gern vorn stehen wollen, auch wenn sich nicht erschließt, warum (an den entsprechenden Fähigkeiten kann’s nämlich nicht liegen, denn die sind nicht vorhanden), Leute, die einfacheren gesellschaftlichen Situationen nicht gewachsen sind, Intriganten, Leute, die Chaos verbreiten und strukturierte Arbeit nicht mal erkennen würden, wenn sie sie in den Hintern beißt. Und es gibt viele Namen, die man kennt.

Die Namen, die man kennt, sind auch problematisch. Sie zeichnen sich oft durch eine langjährige Parteimitgliedschaft aus (also ab 2006 oder 2007) und haben während ihren Amtszeiten nicht allzuviel Mist gebaut. Letzteres ist natürlich erfreulich, ersteres erinnert fatal ans Politbüro oder an den Bundespräsidenten. Sie sind die Wahl im Zweifelsfall, die Wahl, mit der man am wenigsten falsch machen kann. Sie sind die, die eben immer da waren. Und – zum Teil – leider auch immer noch da sind, wo sie von Anfang an waren, und das ist im  Vorstand. Es ist beileibe nicht jeder Altgediente ungeeignet, aber sie sind nicht per se geeignet, nur weil sie da sind. Und eben altgedient.

Ich würde mir wünschen, dass wir uns von diesem “der ist nett und der ist blöd” befreien, ebenso von “den kenn ich schon lange”, dass wir uns mit unseren Kandidaten im Vorfeld eingehend beschäftigen, und nicht erst am Wahltag. Dass wir keine Frauen wählen, nur weil sie niedlich oder einfach nur vorhanden sind. Dass wir lernen, dass Kompentenzbefreitheit ein Ausschlussgrund für ein Parteiamt sein muss.

Die Piraten sind keine Politprofis, und das gilt eigentlich für die Mitglieder aller kleinen Parteien, und sogar für die Großen, abseits der Führungsriegen. Aber das ist keine Entschuldigung, denn ein gewisses Maß an Professionalität sollte man von Berufs wegen schon haben (egal, welcher Beruf das ist). Wer das im Beruf nicht braucht und nie gelernt hat, wird es auch in einem Parteiamt nicht tun. Professionalität hat viele Gesichter und Aspekte, nicht jeder eignet sich für jede Aufgabe gleich gut, aber etwas mehr Eignung wäre bei manchen schon ganz schön.

Ich fordere daher keine Frauenquote für unsere Kandidaten, wie es so oft an uns herangetragen wird, sondern eine Kompetenzquote.

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Nachtrag: Politiblöd (leider)

Filed under: Piraten, Vollpfosten — Tags: — admin @ 5:53 pm

In meinem gestrigen Blogpost habe ich zwei Aussagen getroffen, die ich ergänzen muss:

1. Ich habe geschrieben, dass Aaron/Stefan Koenig im Sidebar seines Blogs vermerkt hat, dass er zwar seine persönliche Meinung äußert, diese aber im Einklang mit den Grundsätzen der Piratenpartei steht. Den Einklang hat der gute Mann leider still und leise entfernt, jedoch liefert NicsBlogHaus den Beleg, der nun nicht mehr uns Opponenten blamiert, die sich auf die ursprüngliche Version beriefen, sondern Herrn Koenig selbst. Und das ist doch ganz schön, finde ich.

2. Des Koenigs Bereitschaft, seine Blogposts von der Presseabteilung der Bundespiraten gegenlesen zu lassen, habe ich texlich belegt; im Interview mit Piratenradio in der gestrigen Sondersendung zum Fall des Koenigs hat ein Mitglied des dortigen Presseteams jedoch erwähnt, dass die Abteilung nie ein Post zur Kontrolllesung erhalten hätte. Die Interviews werden demnächst zum Download bereitgestellt, sind jedoch leider noch nicht online.

Ansonsten fordere ich Herrn Koenig auf, sein Geschriebe mal einzustellen, denn es gibt eine Menge Piraten, die sich um inhaltliche Arbeit bemühen und versuchen, Mitpiraten dafür zu interessieren. Diese sind not amused, dass auf den Mailinglisten  und in anderen Kommunikationsmedien nun Bullshit eines Fehlgeleiteten diskutiert wird anstelle von Sachthemen.

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February 11, 2010

Politiblöd

Filed under: Skandale, Vollpfosten — Tags: — admin @ 3:51 pm

Er hat es wieder getan: Stefan, Aaron, wie auch immer, hat ein Blogpost abgesetzt. Diesmal sind es wieder die Moslems (haben wir da ein kleines persönliches Problem, Herr Koenig?), genauer gesagt: Die Wucht der Koenig’schen Missbilligung trifft diesmal den Iran.

Die Beurteilung des Iran in politischer, soziologischer und historischer Hinsicht ist ein sehr komplexes Thema, das ganze Bibliotheken füllen kann, und es ist müßig, dies in einem begrenzten Kontext wie einem Blogpost auch nur zu versuchen. Fahrlässig ist es, eine derart beschränkte Sichtweise anzuwenden, wie Stefan/Aaron Koenig dies tut. Kaum jemand wird den Iran als Hort der Menschenrechte und der parlamentarischen Demokratie westlichen Zuschnitts bezeichnen, aber wie immer man das Regime einschätzen mag: Das Geschriebene ist mit den Grundsätzen der Piratenpartei, die sich ausdrücklich für die Favorisierung friedlicher, politischer Lösungen ausgesprochen hat, nicht vereinbar, und da wird es dann auch richtig problematisch, denn Herr König bezeichnet seine Posts ja als genau das.

Es möge dieses Zitat, das ein vollständiger Absatz ist, als Beleg dienen:

Ich fürchte, dass die Zeit für Verhandlungen und Kompromisse vorbei ist. Durch gezielte Schläge gegen die iranischen Atomanlagen muss der Westen jetzt den Machthabern in Teheran zeigen, dass wir uns von ihnen nicht länger auf der Nase herumtanzen lassen. Dies könnte im besten Fall das Regime so schwächen, dass die iranische Freiheitsbewegung es stürzt, so wie im Februar 1979 der Schah gestürzt würde. Dies wäre dem iranischen Volk und dem ganzen Nahen Osten zu wünschen. Hoffentlich besitzt Präsident Obama – der im Gegensatz zu seinem Vorgänger weder Kriegstreiber noch “Kreuzritter” ist – die Stärke, diesen unangenehmen aber notwendigen Schritt durchzusetzen.

(Stefan/Aaron Koenig, Politicool, Zum Jahrestag der Iranischen Diktatur)

Menschlich ist dieses Blogpost verständlich, wenn auch nicht verzeihlich: Es ist ein bisschen wenig los auf Bundesebene wie auch in den meisten Ländern. Wir beschäftigen uns mit dem drögen Bohren dicker Bretter, will sagen: mit inhaltlicher Arbeit. Damit scheint Herr Koenig es nicht so zu haben, und so wirkt es, als wolle er das Defizit der medialen Aufmerksamkeit dadurch ausgleichen, dass er befremdliche Blogposts unters Piraten- und sonstige Volk bringt.

Das ist nichts ungewöhnliches – viele Piraten tun dies. Nur eben auf eine weniger verhaltensauffällige Weise. Für die überwältigende Masse der politisch bloggenden Piraten scheint es kein Problem darzustellen, eine eigene, in der Satzung (noch) nicht verankerte Meinung zu äußern, ohne dass das zu großen Kontroversen führt oder parteischädigend wirkt. Bedenklich ist, dass der oberste Medienkompetenzpirat dazu augenscheinlich nicht willens und/oder imstande ist.

Verschärft wird die Situation dadurch, dass er ja ob seiner Unfähigkeit, inhaltlich saubere Postings zu verfassen, hoch und heilig zugesichert hat, jedes Blogpost gegenlesen zu lassen (zu finden hier) Ich zitiere:

Als Zeichen meines guten Willens biete ich an, meine Blog-Artikel in Zukunft von der Pressestelle der Piratenpartei gegenlesen zu lassen

Über Twitter laufen gerade Meldungen auf, in denen Mitglieder der Pressestelle verkünden, das neueste Machwerk aus dem Hause König nie gesehen zu haben. Ist der gute Wille etwa schon aufgebraucht?

Was sollte die Partei daraus lernen? Persönlich wäre es mir am liebsten, Herr Politicool würde sich eine andere Spielwiese für seine politische Coolness suchen oder mindestens seinen Posten räumen. Da dies jedoch eine Utopie ist, wünsche ich mir, er würde geräumt werden, und zwar schnell. Und sich, da er als politischer Autor im Sinne der Piratenpartei nicht taugt, ein schönes Hobby suchen, über das er schreiben kann.

Zudem sollte die inhaltliche Arbeit im Vordergrund stehen: Auch wenn es zu früh ist, ausformulierte Positionen zum gesamten Themenspektrum zu erarbeiten, wären ein paar grundsätzliche Aussagen zur Außenpolitik sicherlich hilfreich, um die Löcher zu stopfen, durch die dieser Ideologie-Aal sich leider zu winden versteht.

Aber wahrscheinlich wird es der nächste Bundesparteitag richten müssen, nur dass der innerparteiliche Schaden mit jedem zweifelhaften Post immer größer wird. Aber er wird es richten, da bin ich sicher.

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December 11, 2009

Aber sonst sind wir gesund: Staatshilfe für Zeitungen

Filed under: Bildung, Vollpfosten — admin @ 10:04 pm

Als ich auf Spiegel Online diesen Artikel las, fragte ich mich, ob Staatshilfen nun zur Standardoption für krisengeschüttelte Branchen werden sollen, sogar für die, die unabhängig von dem Ungemach der weltweiten Wirtschaftskrise in die Bredouille gerieten.

Die Krise der Zeitungen ist hausgemacht; ich bin sicher, dass in der Bevölkerung in dieser Zeit der gezielten massenmedialen Desinformation, in der jeder über Ehekrisen und Seitensprünge von Supersportlern (ehrlich, wen interessiert’s?) informiert ist, aber nur wenige das Swift-Abkommen überhaupt kennen, mehr denn je ein Bedarf an seriös und sorgfältig aufbereiteten Nachrichten besteht. Ich glaube also nicht, dass eine gesunkene Nachfrage nach echter Information Problem ist, sondern der Wunsch der Zeitungsverlage, alles haben zu wollen.

Man wünscht sich nach wie vor den Zeitungsleser, der morgens am Frühstückstisch die Ausgabe seines Leib- und Magenblattes durcharbeitet, will aber auch bei Google an erster Stelle stehen, wenn bestimmte Suchworte eingegeben werden. Daher gibt es auch die mehr oder weniger schlampig aufbereiteten Online-Auftritte der überregionalen (und vieler kleinerer) Zeitungen, wo man zumindest ausschnittweise das Tagesgeschehen frei Bildschirm geliefert bekommt. Bei vielen ist dieses Online-Angebot nicht unbedingt ein Aushängeschild, was seriösen Journalismus sowie handwerkliche Qualität angeht (schon mal was von Korrekturlesen gehört?). Bei der Online-Lektüre ergeben sich also zwei Probleme: Warum kaufen, was man eh umsonst haben kann (ah, das Google-Ranking!) und warum für etwas zahlen, das so schlecht gemacht ist.

Hinzu kommt, dass kaum jemand wirklich eine Zeitung von der ersten bis zur letzten Seite liest; fast jeder hat seine Schwerpunkte und Interessensgebiete. Da man sich – wenn man sich etwas Mühe gibt – im Internet auch in der Tagespresse kundig machen kann, wird man darauf verzichten, einzelne Zeitungen zu kaufen.

Auch auf diesem Gebiet wird wieder mal die aktuelle Entwicklung verschlafen, die sich nicht zurückdrehen lässt, auch wenn die Zeitungsverleger das doof finden mögen. Anstelle sich über Alternativen Gedanken zu machen, schreit man nach dem Papi-Staat, damit der ein Taschengeld auszahle, mal wieder mit den Arbeitnehmern als Geiseln. Hatten wir schon mal, funktioniert nicht auf nachhaltige Weise. Natürlich wird die Politik sich breitschlagen lassen und Geld in ein sterbendes Vertriebs- und Geschäftsmodell pumpen, denn sonst werden die Geiseln, äh, die Arbeitnehmer ja erschossen entlassen, doch dies wird den Niedergang nicht aufhalten können, denn aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

Ich darf mich rühmen, durchaus über etwas Branchenkenntnise zu verfügen; und mir fallen auf Anhieb mehrer Möglichkeiten ein, wie man dem Leser zu seinem Qualitätsjournalismus und den Zeitungen zu ihren Lesern verhelfen kann. Ehrlich. Es ist ganz einfach, und es gibt mehr als eine Möglichkeit, und alles ist durch selbständiges Denken herauszufinden.

Die Lösung ist nämlich nicht die Boulevardisierung der seriöseren Blätter (den Scheiß hat man im Fernsehen schon bis zum Abwinken) oder das Nachtuten von dem, was Lobbyisten gerne lesen. Und Staatshilfen können es auch nicht sein, da möchte ich anregen ,das Geld doch eher zu verbrennen. Das bringt zwar auch nichts, ist aber irgendwie lustiger.

Liebe Zeitungsverleger, Ihr könnt nicht alles haben: Leute, die für Inhalte zahlen UND bei den Suchmaschinen weit oben landen, Qualität und Popul- bzw. Lobbyismus. Hört auf, uns die Ohren vollzuweinen und findet die Lösungen, die Eure Kernkompetenz (nein, nicht die Brustvergrößerung von X und auch nicht das Fremdgehen von Y), nämlich die seriöse Information der Bürger in ein neues Zeitalter überführt. Es ist noch nicht zu spät, Ihr müsst das Pferd nicht zu Tode reiten. Ihr habt die Wahl, wählt also mit Verstand.

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December 5, 2009

Zur Abwechslung mal was echt Inhaltliches: Die Hamburger Schulreform

Filed under: Bildung, Hamburg, Inhaltliches — admin @ 2:33 pm

Nach der Wahl fielen die Piraten quasi in ein großes Loch: Infostände nur noch sporadisch, die Zeit der bunten Aktionen ist erst mal vorbei, die Aufmerksamkeit der Medien wendet sich dringenderen Themen zu (zum Beispiel der angeblichen Ehekrise von Tiger Woods) und man steht irgendwie im Wald und fragt sich: Was nun?

Ich persönlich begrüße dies durchaus, kann man sich doch endlich mal dem zuwenden, was Parteipolitik ausmachen sollte: der inhaltlichen Arbeit, in die ich mich sehr gerne einbringe, da ich die Fähigkeit zur Auseinandersetzung mit Inhalten als eine meiner Stärken empfinde.

Nun winkt in Hamburg keine Wahl in näherer Zukunft, dafür aber eine Volksabstimmung, nämlich die zur Schulreform. Und das berührt unmittelbar eines der piratischen Kernthemen, nämlich die Bildung, und die ist in Deutschland Ländersache (auch wenn man sich das vielleicht anders wünschen würde).

Schon im Wahlkampf wurde ich öfter gefragt, wie die Piraten zur anstehenden Schulreform in Hamburg stehen, und ich war regelmäßig gezwungen, mit allgemeinem Blabla zu antworten, in dem irgendwo auch die Aussage enthalten war, dass wir keine Aussage zum Thema machen können, da wir keine Position entwickelt hätten. Das geht natürlich gar nicht, siehe Kernthemen, Kompetenzpartei und so.

Daher gibt es jetzt eine AG Schulreform Hamburg (noch nicht abgesegnet, sondern in der Entstehung begriffen), die sich rein dienstleistend versteht: Sie soll die unterschiedlichen Positionen zusammentragen, Gespräche mit Befürwortern und Gegnern führen und die Fakten so aufbereiten, dass die Hamburger Piraten VOR der Volksabstimmung zu einer Position gelangen und eine Wahlempfehlung abgeben können. Ist dies erreicht, ist die Aufgabe der AG beendet, an der Meinungsfindung nehmen die Mitglieder als einfache Piraten teil.

Auch, aber nicht nur aus diesem Grund sind pluralistische Meinungen bei den AG-Mitgliedern ausdrücklich erwünscht; wir wollen neutral und möglichst unvoreingenommen an die Sache herangehen. Daher sind Befürworter, Gegner, Leute, die noch keinen Plan von nichts haben und die, die etwas anderes wollen, ausdrücklich eingeladen, sich an der Arbeit der AG zu beteiligen.

Natürlich gibt es auch eine Wiki-Seite zum Thema, und da bin ich ganz stolz auf mich, denn es ist mir tatsächlich gelungen, eine Seite zu erstellen, die wie eine echte Wiki-Seite aussieht und nicht wie die, die ich bisher verhunzt habe (und die barmherzige Piraten-Samariter still und diskret dem gängigen Layout anpassten, herzlichen Dank hierfür!).

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In eigener Sache: Zurückgehaltene Kommentare

Filed under: Sonstiges — admin @ 2:13 pm

Mich erreichten mehrere Anfragen von Kommentatoren, deren Kommentare nicht unmittelbar nach dem Posten auf der Seite erschienen. Darauf habe ich keinen Einfluss, das ist meine Anti-Spam-Maßnahme, die angesichts der aktuellen Situation im Internet unabdingbar ist.

Dieses Blog wird nicht moderiert, das heißt, jeder Kommentar, der keine gesetzeswidrigen Inhalte hat oder reine Werbung ist, erscheint auch, zur Not nach der manuellen Freischaltung.

Ich begrüße ausdrücklich eine Meinungsvielfalt in den Kommentaren, denn recht geben könnte ich mir auch ganz allein. Auch oder gerade abweichende Meinungen sind hier willkommen und werden veröffentlicht. Eine Moderation findet also nur in Bezug auf gesetzeswidrige Inhalte (rassistischer Müll, Aufruf zu Straftaten, Beleidigungen und Rufmord, das Übliche halt) statt.

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December 3, 2009

Bundespiratenproblembär

Filed under: Piraten, Vollpfosten — admin @ 2:28 pm

Lieber Aaron, Stefan, oder wie auch immer Du heißen magst,

ich muss sagen, Du verursachst einiges Ungemach, vor allem unter denen, die einer differenziertere Sichtweise huldigen, und die Piratenpartei nimmt ja für sich in Anspruch, eine Partei der intelligenten Menschen zu sein.

Momentan erinnerst Du mich an Westerwelle, wie er so jämmerlich in einer Pressekonferenz gegenüber einem britischen Journalisten versagte, obwohl die Situation mit einem eleganten, höflichen Satz hätte erledigt werden können. Das ist ihm vielleicht nicht gegeben, was eher ungünstig für einen Außenminister ist, aber er musste live, in Farbe und unter den Augen der Weltöffentlichkeit bestehen, während Du in Deinem stillen Kämmerlein vor Dich hinschreibst und über das Verfasste reflektieren könntest. Gemeinsam haben Westerwelle und Du, dass Ihr irgendwie alle doch noch glücklich machen wollt, indem Ihr immer noch einen nachlegt, es aber gerade deswegen immer schlimmer wird.

Dass Du den zweifelhaften Link aus Deinem ersten Post entfernt hast, und das kommentarlos, ist unter allem Niveau und ein Zeichen mangelnder Diskussionskultur. Sei ein Mann und steh zu dem, was Du getan hast, andere tun es auch. Wenn Du erkannt hast, dass die Quelle nicht so das Wahre war, dann kannst Du das sagen, ohne das Gesicht zu verlieren. Ein Tipp am Rande: Gründliches Lesen vorher erspart einiges Ungemach.

Ich denke, dass kaum jemand dir in dem Punkt widerspricht, dass die Bürger der Schweiz abstimmen können, wie sie es für richtig halten. Wir müssen das Ergebnis nicht lieben, und mit der Rechtmäßigkeit der Abstimmung im europäischen und globalen Kontext beschäftigen sich ohnehin andere. Ebenso wird Dir niemand widersprechen, dass es islamischen Fundamentalismus gibt. Beim Lesen Deines … äh … wie immer man das nun nennen mag, drängt sich allerdings auf, dass Du Islam mit Fundamentalismus gleichsetzt, und das ist – wenn man die Situation weltweit, europaweit und deutschlandweit betrachtet, nicht nur haarsträubender Blödsinn, sondern auch Populismus aus der alleruntersten Schublade. Du redest somit denen das Wort, die überall reitende Djihadisten sehen, was mit der Lebenswirklichkeit hierzulande und anderswo überhaupt nichts zu tun hat. Ich erlaube mir, hier mal zu zitieren, bevor Du das vielleicht auch löschst. Du sagst über den Islam (wage nicht, zu sagen, dass Du den Islam nicht meinst, denn von etwas anderem ist bei Dir nicht die Rede):

Eine politisch-totalitäre Bewegung, die sich anderen Glaubens- und Denkrichtungen überlegen fühlt und den Anspruch hat, Andersdenkende zu bekehren und gegebenenfalls zu töten, steht hingegen nicht unter dem Schutz der Religionsfreiheit – denn Freiheit geht immer nur so weit, wie sie die Freiheit eines anderes nicht verletzt.

Autor: Aaron/Stefan König, Politicool, Respekt für die Schweiz

Als ich das las, dachte ich glatt, Du sprichst über das Christentum. Doch das – wie auch andere Religionen mit zweifelhaften Aussagen in ihren heiligen Schriften – lässt Du außer Acht, wie auch die zahlreichen Koransuren, die von Toleranz, Achtung und Menschenliebe sprechen. Vielleicht solltest Du Dir das Buch mal zulegen, gibt’s in jeder gutsortierten Buchhandlung, zumindest in einer Großstadt, und Lesen bildet ja bekanntlich.

Noch problematischer ist, dass Du es nicht gut sein lassen kannst, sondern in Post 2 und 3 versuchst zu relativieren, erklären etc., was Deine ursprünglichen Aussagen jedoch nicht zurücknimmt. In Beitrag Nummer 2 versteckst Du Dich hinter Schweizer Feministinnen, als wäre es irgendein Maßstab oder per se gut, wahr und richtig, wie die Damen entschieden haben. Die von Dir genannten Quellen sind einseitig, was unter den obwaltenden Umständen verständlich ist, aber EMMA-Beiträge zu dem Thema als “gut recherchiert” zu bezeichnen, ist doch ein wenig arg.

Beitrag Nummer 3 ergeht sich in allgemeinem Gewaber “dass ja jeder glauben kann, was er will”, “Religionsfreiheit ein hohes Gut ist” und so weiter und so fort. Und Du entdeckst tatsächlich den friedlichen Gläubigen, was ja gegenüber Post 1 schon ein Fortschritt ist, wo Du nicht mit einem Wort erwähnst, dass es im Islam so etwas überhaupt gibt.

Wie hoch der Anteil von totalitären Fanatikern in den verschiedenen Religionen ist, kann und will ich nicht beurteilen. Mit den friedliebenden, toleranten Anhängern einer Religion gibt es ja auch keine Probleme – aber jeder Fundamentalist ist meiner Ansicht nach einer zuviel.

Aaron/Stefan König, Politicool,  Von Türmen und Tempeln

So richtig lustig wird es dann mit Deinen Hintergrundinformationen, also mit dem vierten Post zum Thema. Generell begrüßenswert ist natürlich, dass Du da sebst mal nichts sagst, aber ich frage mich schon, ob Du uns verarschen willst. Falls Du dies nicht als Scherz meinst, empfehle ich Dir eine Meditation zum Thema “Hintergrundinformation” und was das überhaupt ist. Und natürlich den Blick über den Tellerrand – also auf fundamentalistische Strömungen anderer Religionen und natürlich politische Fundamentalisten.

Außerdem empfehle ich Dir die Satzung der Piraten und einen Blick auf unsere Fans bei Facebook. Da sind ganz viele türkische Namen bei, und ich glaube nicht, dass die zum Sturm aufs christliche Europa blasen oder versuchen, die Piraten zu unterwandern. Vielleicht versuchst Du einfach mal, mit denen ins Gespräch zu kommen und das selbst herauszufinden.

Besonders schön ist auch, dass die Leute, die nicht nur öffentlichkeitsgeil irgendeinen Kram absondern, sondern Basisarbeit leisten, also mit normalen Menschen auf der Straße sprechen, in der nächsten Zeit diesen Bullshit rechtfertigen dürfen. Falls Du Dich also gedrängt fühlst, noch irgendwas in Deinem Blog zum Thema zu schreiben, wäre eine Argumentationshilfe für befremdete Piraten hilfreich, die sich mit befremdeten Bürgern über dieses Thema austauschen dürfen. Noch schöner wäre allerdings, wenn Du Dich anderen, für uns alle weniger anstrengenden Inhalten zuwenden könntest. Falls es Dir da an Ideen mangelt, kündige doch einfach ein Ministerium an, von dem nur fünf Leute wissen oder beschäftige die Verwaltung diverser offizieller Stellen und diverse Piraten damit, dass Du Dir noch einen nicht eingetragenen Namen zulegst und unter diesem auftrittst. Ich bin sicher, Du wirst schon was finden.

In diesem Sinne,

Anne, Pirat, zutiefst befremdet

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Attac – Ich habe es getan

Filed under: attac — Tags: — admin @ 12:57 pm

Ich bin heute Mitglied von attac geworden. Das ist eine Organisation, die mir länger nahesteht, als es die Piratenpartei tut (was keine Kunst ist, da es attac schon länger gibt).

Auf den ersten Blick mag es widersprüchlich wirken, die Piraten als Bewohner des gobalen Dorfes und die sogenannten Globalisierungsgegner zu unterstützen. Ich bin nicht per se gegen Globalisierung, nur denke ich, dass die nicht so aussehen sollte, wie sie es momentan tut. Zudem engagiert attac sich in Bereichen, die die Piratenpartei nicht abdeckt. Wieso also nicht beides?

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December 2, 2009

Kein Swift-Mob in Hamburg

Filed under: Guerilla-Aktionen — Tags: , — admin @ 1:25 pm

Überall zu lesen, und nun auch hier:

Es wird KEINEN Swift-Mob in Hamburg geben. Er wird NICHT am Freitag, den 4. Dezember um 17.00 Uhr an der HASPA am Jungfernstieg stattfinden, und NIEMAND wird dort € 0,01 an den Präsidenten der Vereinigten Staaten, Barack Obama, überweisen. Nein, nein.

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Emma und die Piraten

Filed under: Nervköppe — Tags: — admin @ 11:45 am

Ein weiblicher Pirat, genauer gesagt, Mela Eckenfels, schrieb einen Leserbrief (teilweise hier veröffentlicht, mit Antwort der Redaktion) an die Zeitschrift EMMA, die die Piratenpartei zum “Pascha des Monats” kürte. Den Brief hätte ich unterschreiben können, bei der Antwort rollen sich mir die Fußnägel hoch.

Liebe Emma-RedakteurInnen, die Ihr in Eurer Redaktionin auf Euren Stuhlinnen an Euren Tischinnen sitzt, es wäre schön, wenn Ihr Euch ein wenig besser informieren würdet, bevor Ihr Eure Tastaturinnen quält und die Intelligenz Eurer LeserInnen beleidigt. Die Piratenpartei fordert kein “unbegrenztes Internet”, das ein rechtsfreier Raum ist. Es ist schon ermüdend, diesen Quatsch immer wieder lesen zu müssen, so ermüdend, dass ich Eure Einladung, im EMMA-Forum darüber zu diskutieren, dankend ablehne, denn, mit Verlaub, Euer Geschriebe ist mir zu unreflektiert. Ihr werft uns weiblichen Piraten vor, dass wir uns von der männlichen Übermacht u. a. die Bezeichnung “Pirat” aufoktroyieren lassen, wahrscheinlich ohne es zu merken. Dem ist nicht so. Wir merken durchaus, wenn man uns irgendeinen Quark aufs Auge drücken will, so wie Ihr es versucht, zum Beispiel. Und ich für meinen Teil lehne dankend ab.

Mein Lebensgefährte hatte Euch übrigens mal abonniert. Ich bin froh, dass er das Heft wieder abbestellt hat, denn es wirkte in Teilen doch ein wenig verstaubt und rückständig und vor allem – eben unreflektiert. Das ist schade, denn Ihr greift durchaus wichtige und aktuelle Themen auf. Aber die Qualität gerade bei der Recherche ist nicht so das Gelbe vom Ei.

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