Hier geht es zum Entwurf eines Offenen Briefes an den Bundesvorstand der Piraten Deutschland. Die Idee hierfür stammt von der Mailingliste der Piratenpartei Hamburg.
Falls irgendwer den Text löscht, hier zur Sicherheit die Urversion, ganz ohne nerviges Wiki-Versionen-Gefrickel:
Ahoi,
als Basispirat bringe ich hiermit meine Irritation gegenüber dem Vorstandsmitglied Stefan “Aaron” Koenig und den Reaktionen der übrigen Vorstandsmitglieder auf das durch dieses Mitglied verursachte Probleme zum Ausdruck
Das Vorstandsmitglied Stefan “Aaron” Koenig tat sich zunächst durch Äußerungen gegen den Islam hervor, die Angehörige dieser Weltreligion in einer pauschalisierenden Weise als homogene, potentiell unsere Gesellschaft bedrohende Gruppe diffamierte. Dies entspricht nicht nur nicht der modernen Lebenswirklichkeiten in einem Land Mitteleuropas, sondern auch den Grundsätzen der Piratenpartei Deutschlands, in denen die Gleichheit aller Menschen unabhängig u. a. ihres Bekenntnisses betont wird. Dies befremdete einen relevanten Teil der Basis und führte u. a. dazu, dass Stefan “Aaron” Koenig freiwillig anbot, Beiträge für sein Weblog vor Veröffentlichung gegenlesen zu lassen und zu einer wiederholten Modifikation des Textes “Über den Autor” in der Seitenleiste.
Nach meinem Kenntnisstand kam es niemals zu einer redaktionellen Überprüfung der folgenden Beiträge, stattdessen veröffentlichte Stefan “Aaron” Koenig wiederholt Texte, die aus piratiger Sicht zumindest zweifelhaften Inhalts waren. Als traurige Höhepunkt kann der Beitrag Zum Jahrestag der iranischen Diktatur angesehen werden, in dem ein militärischer Erstschlag gegen die Atomanlagen des Iran favorisiert wird. Dies widerspricht dem Wahlprogramm der Piratenpartei Deutschlands zur Europawahl 2009 eindeutig. Für den Fall, dass dem Vorstand diese Tatsache nicht bekannt ist, erlaube ich mir die Einfügung des entsprechenden Verweises.
Nachdem der Antrag des Landesverbandes Hamburg, das Vorstandsmitglied Stefan “Aaron” Koenig bis zur nächsten Vorstandswahl zu beurlauben, mit einer Gegenstimme abgelehnt worden war, erklärte sich Stefan “Aaron” Koenig bereit, sich nicht mehr im Namen der Partei zu äußern.
Hierbei wird die Tatsache, dass die Äußerungen des Privatmanns Stefan “Aaron” Koenig von der Öffentlichkeit wie auch teilweise von der Basis kaum von denen des Privatmanns unterschieden werden kann, ignoriert oder verkannt. Dabei sollte dem Vorstand dieses Phänomen aus der Tagespolitik sattsam bekannt sein.
Der Vorstatz des Vorstandmitglieds Stefan “Aaron” Koenig hielt jedenfalls nicht mal bis zur nächsten Vorstandssitzung an, denn noch in derselben Woche erschien ein Beitrag u. a. mit seiner Mitwirkung zum Thema Iran und atomare Bedrohung (Streit der Woche). Es ist offensichtlich, dass Stefan “Aaron” Koenig hierzu eingeladen wurde, da er Mitglied des Bundesvorstands der Piratenpartei Deutschland ist, denn an der Meinung eines höchstens in Fachkreisen bekannten Medienunternehmers dürfte kaum ein öffentliches Interesse bestehen, vor allem, wenn man Positionen und/oder Funktionen der übrigen Diskussionsteilnehmer berücksichtigt.
Stefan “Aaron” Koenig hat wiederholt bewiesen, dass er als Medienpirat nicht die notwendige Eignung besitzt und nicht über das ebenso notwendige politische Gespür für eine solche Aufgabe verfügt. Daher fordere ich den Vorstand unmissverständlich auf, den Willen eines relevanten Teils der Basis nicht länger zu ignorieren und ihm seine Befugnisse sowie seinen Posten bis zum nächsten Bundesparteitag durch Beurlaubung zu entziehen, um weiteren Schaden von der Partei abzuwenden.
Gezeichnet: –Anne Alter 01:30, 22. Feb. 2010 (CET), nur ein einfacher Pirat aus Hamburg


Auch wenn ich inhaltlich Aarons Äußerungen mißbillige. Als Medienpirat, der auch auf seinem “privaten” Blog seine Funktion in der Piratenpartei herausstellt ist diese Äußerung _nicht_ allein seine private Angelegenheit.
Aber: M.E. steht es dem Vorstand nicht zu, andere direkt gewählte Vorstansmitglieder zu entbinden.
Wege wären –
1. Genug Druck seitens Basis und Vorstand um ihn zum Rückstritt zu bewegen.
2. Die Anrufung des Schiedsgerichtes
3. Ein Einberufung eines Sonderparteitages
Privacy
Comment by Privacy — February 22, 2010 @ 9:23 am
[...] Gedankengut vorhanden und sie messen mit zweierlei Maß (via fix [your] masterboot record oder via piratenfrau). Zu den anderen ähnlichen Debatten (Thiesen) hab ich grad keinen [...]
Pingback by Piratinnen und andere Argumente gegen die Partei « Fortschritt wird gemacht — March 6, 2010 @ 12:55 am
[...] daß in seinem Personalausweis Stefan Koenig stehe, und quer durch die Blogs geht eine Reihe von Stefan "Aaron" Koenig-Artikel komplett mit Anführungszeichen. Das ist eine ans trollende grenzende [...]
Pingback by Das gespaltene piratische Verhältnis zur Identität - Die wunderbare Welt von Isotopp — March 7, 2010 @ 4:32 pm