Piraten-Jinx

May 17, 2010

Alles Männer – na und?

Filed under: Piraten, Wahlen — admin @ 12:50 am

Die Piratenpartei hat einen neuen Vorstand, der ausschließlich aus Männern besteht. Dies mögen Außenstehende und die, die sich der Genderdebatte innerhalb der Partei verschrieben haben, bedauern, in diesem speziellen Fall bin ich erleichtert.

Ich hätte mir einen größeren Wechsel innerhalb des Vorstands gewünscht, kann aber mit dem Ergebnis gut leben. Und ich bin froh, dass die Frau, Lena Simon, die sich zur Wahl gestellt hat, nicht gewählt wurde. Das liegt weniger daran, dass das Genderthema innerhalb der Partei nicht meines ist und ich die Erlebnisse, die einige anscheinend zu diesem Thema gebracht haben, nicht teilen kann. Es liegt in der Person der Kandidatin selbst, wie ich sie in der von ihr geschaffenen Strukturen erlebt habe, und die mich zu dem Schluss bringen, dass sie unwählbar ist. Denn wer sich für ein politisches Amt bewirbt, sollte offen für seine Übereugungen einstehen und sich nicht in einem intriganten aber nebelhaften Gewaber bewegen, in Schutzräumen und mit zweifelhaften Anschuldigungen, die unbelegt, unkonkret und unbewiesen im Raum stehen. Und ich habe keine Lust, mich von Schutzraum zu Schutzraum vorzuarbeiten, um endlich in den Genuss der Wahrheit der Lena Simon zu gelangen. Mit Verlaub, das ist mir zu mühsam, und der ganze Angang zu weinerlich und tränendrüsig (nein, ich bin immer noch kein Mann, war nie ein Mann, werde und will auch nie ein Mann sein).

Die Piratenpartei hat eine Menge Frauen in Vorstandsämtern – auf Landesebene. Das liegt wahrscheinlich daran, das die Landespolitik für Piraten als attraktiver und lohnender empfunden wird als die Bundesebene. Das geht nicht nur denen so, die sich für ein Parteiamt interessieren, sondern auch für viele Basispiraten. Und die, die thematisch arbeiten wollen, sind mit einem Parteiamt ohnehin nicht gut bedient. Wer also die Keule der frauenfeindlichen Piratenpartei schwingen will, sehe sich vorher die Namenslisten der Landesvorstände an, dort ergibt sich ein völlig anderes Bild, denn Frauen sind dort überproportional vertreten.

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