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	<title>Piraten-Jinx</title>
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		<title>Polyamorie? Vielweiberei? &#8211; Eine Klarstellung zur Familienpolitik der Piraten</title>
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		<pubDate>Thu, 03 May 2012 11:02:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Programmatisches]]></category>

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		<description><![CDATA[Es scheint, als hätte die Mehrheit der Wähler unsere Positionen zur Familien- und Geschlechterpolitik noch gar nicht bemerkt, denn Aufschreie wie dieser sind selten. Ja, es ist richtig: Wir wollen die Gleichstellung der eingetragenen Lebensgemeinschaften mit der altehrwürdigen Institution der Ehe. Wir wollen auch, dass gleichgeschlechtlich Liebende und Lebende Kinder adoptieren dürfen wie heterosexuelle Paare [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es scheint, als hätte die Mehrheit der Wähler unsere Positionen zur Familien- und Geschlechterpolitik noch gar nicht bemerkt, denn Aufschreie wie <a href="http://www.ohnegottistallessinnlos.de/blog/2012/05/die-piratenpartei-und-das-polyamore-konzept-/" target="_blank">dieser</a> sind selten.</p>
<p>Ja, es ist richtig: Wir wollen die Gleichstellung der eingetragenen Lebensgemeinschaften mit der altehrwürdigen Institution der Ehe. Wir wollen auch, dass gleichgeschlechtlich Liebende und Lebende Kinder adoptieren dürfen wie heterosexuelle Paare auch. Und wir wollen eingetragene Lebenspartnerschaft für alle Formen des Zusammenlebens öffnen, unabhängig von Anzahl und Geschlecht (nachzulesen im <a href="http://wiki.piratenpartei.de/wiki/images/0/04/Grundsatzprogramm-Piratenpartei.pdf" target="_blank">Grundsatzprogramm</a>).</p>
<p>Wer davon hört, denkt oft zuerst an &#8220;orientalische Vielweiberei&#8221; oder vielleicht noch an die Kommune1. Doch Kern des Anliegens ist ein anderes.</p>
<p>Die momentane Gesetzeslage in Deutschland sieht zwei Formen der offiziellen Lebensgemeinschaft zwischen zwei Partnern vor.</p>
<ul>
<li>die Ehe, die heterosexuellen Paaren vorbehalten ist</li>
<li>die eingetragene Partnerschaft, die ausschließlich gleichgeschlechtliche Paare eingehen dürfen. Wird von Betroffenen gern unter &#8220;viele Pflichten und kaum Rechte&#8221; verbucht.</li>
</ul>
<p>Die genaue Anzahl der beteiligten Partner beträgt jeweils zwei, und die Voraussetzung für das Eingehen solcher Lebensgemeinschaften ist, dass die Partnerschaft mit dem gemeinsamen Ausleben von Sexualität verbunden ist. Mit der Gestaltung und dem Stattfinden des &#8220;ehelichen Beschlafs&#8221; beschäftigen sich sogar Juristen (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ehelicher_Beischlaf" target="_blank">Wikipedia-Link</a>). Was sich auf den ersten Blick skurril liest, hat eine bestürzende Konsequenz: Der Staat interessiert sich dafür, was im eigenen Schlafzimmer einvernehmlich, legal und unter in jeder Hinsicht mündigen Partnern geschieht.</p>
<p>Es geht den Staat jedoch nichts an, was wir &#8211; im Rahmen der Legalität &#8211; in unseren Schlafzimmern veranstalten &#8211; oder eben nicht.</p>
<p>Den Piraten geht es darum, endlich den gesellschaftlichen Gegebenheiten Rechnung zu tragen, also eine rechtliche Grundlage für das zu schaffen, was es längst gibt, und zwar nicht in exotischen Ländern oder &#8220;verlotterten&#8221; Kommunen, sondern in der Mitte der Gesellschaft.</p>
<ul>
<li>Es gibt längst gleichgeschlechtliche Paare, die  Kinder aufziehen</li>
<li>Es gibt polyamante Gemeinschaften</li>
<li>Es gibt Asexuelle, dje den körperlichen Aspekten einer Beziehung nach Möglichkeit aus dem Wege gehen, aber eine Lebensgemeinschaft eingehen möchten.</li>
</ul>
<p>Bei einer Partnerschaft &#8211; egal aus wem und wie vielen sie besteht &#8211; steht nicht die Sexualität im Vordergrund, sondern die Bereitschaft, Verantwortung füreinander zu übernehmen. Letztere bedarf eines gesetzlichen Rahmens, ersteres geht niemanden etwas an.</p>
<p>Unsere Gesellschaft ist im Wandel, wir haben einen Pflegenotstand und rückläufige Geburtenzahlen, außerdem gibt es noch die Überalterung. Die Probleme, die in den nächsten Jahrzehnten auf uns zukommen, sind mit Klagen über den Untergang der Großfamilie und dem Ruf nach dem tradierten Vater-Mutter-Kinder-Schema nicht zu lösen. Beides sind durchaus valide Modelle, aber sie sind nicht mehr allgemeingültig und funktionieren nicht für jeden.</p>
<p>Wer die Großfamilie herbeisehnt, sollte sich gleich auch mit den Zuständen bis zum frühen 20. Jahrhundert anfreunden, denn beide sind untrennbar miteinander verbunden. Wer sich traditionelle Familienbande wünscht, dem steht es jederzeit frei, eine solche Familie zu gründen. Aber dies muss eine individuelle Entscheidung sein, keine kollektive.</p>
<p>Die Öffnung der eingetragenen Partnerschaft als gleichberechtigte Lebensgemeinschaft neben der Ehe für mehr als zwei Teilnehmer birgt ungeahnte Möglichkeiten und trägt der sich in den letzten Jahrzehnten rapide verändernden Gesellschaft Rechnung. Sie bietet sich an für jede Form der Gemeinschaft, deren Mitglieder sich rechtlich und wirtschaftlich absichern und Verantwortung füreinander übernehmen wollen. Dies gilt zum Beispiel für Patienten, die zu Pflegefällen werden und sich im Haus von entfernten Angehörigen oder Freunden pflegen lassen. Auch sogenannte &#8220;Regenbogenfamilien&#8221; können auf diese Weise eine Verantwortungs- und Versorgungsgemeinschaft bilden, abseits der gänzlich uninteressanten Frage, wer mit wem, wann, wie oft und ob überhaupt. Das Gleiche gilt für Wohngemeinschaften, die ihr Leben gemeinsam gestalten (z. B. Senioren-WGs als Alternative zum Altenheim).</p>
<p>Die Ehe als alleinige durch staatlichen Schutz bevorzugte Form der Partnerschaft hat in dem Moment ihre Berechtigung verloren, als Sexualität und Ehe  in dem Maß voneinander entkoppelt wurden, wie dies seit den sechziger Jahren der Fall ist. Der Automatismus Ehe-&gt;Sex-&gt;Verantwortung funktioniert nicht mehr in der Ausschließlichkeit, wie dies noch vor fünfzig Jahren der Fall war.</p>
<p>Es ist an der Zeit, dass unsere Gesetzgeber ihre etwas unangenehme Fixierung auf sexuelle Fragen endlich hinter sich lassen und zu einer zeitgemäßen Form der Familiengesetzgebung finden, die den Anforderungen des gesellschaftlichen Wandels gerecht wird.</p>
<p align="left"><a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Polyamorie%3F+Vielweiberei%3F+%E2%80%93+Eine+Klarstellung+zur+Familienpolitik+der+Piraten+http://tinyurl.com/cqyvy6p" title="Post to Twitter"><img class="nothumb" src="http://piratenfrau.net/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-twitter.png" alt="Post to Twitter" /></a> <a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Polyamorie%3F+Vielweiberei%3F+%E2%80%93+Eine+Klarstellung+zur+Familienpolitik+der+Piraten+http://tinyurl.com/cqyvy6p" title="Post to Twitter">Tweet This Post</a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Einzelfälle, bedauerliche?</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Apr 2012 10:48:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Marina Weisband hat ihren Unmut kundgetan über die Schar der bedauerlichen Einzelfälle in unserer Partei, in der einige Mitglieder glauben, sich unter dem Schutzmantel der Meinungsfreiheit alles erlauben zu können, und natürlich auch über Michel Friedmann, der als Moderator ungefähr so geeignet ist wie Kristina Schöder als Ministerin  für Frauen- und Familienangelegenheiten (nur dass die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Marina Weisband hat ihren Unmut <a href="http://www.marinaslied.de/?p=726" target="_blank">kundgetan</a> über die Schar der bedauerlichen Einzelfälle in unserer Partei, in der  einige Mitglieder glauben, sich unter dem Schutzmantel der  Meinungsfreiheit alles erlauben zu können, und natürlich auch über  Michel Friedmann, der als Moderator ungefähr so geeignet ist wie  Kristina Schöder als Ministerin  für Frauen- und Familienangelegenheiten  (nur dass die Dame sich mehr im Griff hat), und sie hat recht. Außerdem  existiert ein <a href="http://einzelfaelle.tumblr.com/" target="_blank">Blog</a>,  das die Entgleisungen der &#8220;bedauerlichen Einzelfälle&#8221; genau  dokumentiert. Man mag es virtuellen Pranger nennen, ich finde es  richtig.</p>
<p>Das Problem ist, dass jeder sich berufen fühlt, sich zum Judentum,  seinen Angehörigen und gleich noch Israel dazu äußern zu müssen. Dieser  Drang zur unqualifizierter Verbalentleerung macht deutlich, dass nicht  jeder Pilz, der in der Schule den Holocaust und die Staatsgründung  Israels in ein paar Doppelstunden durchgenommen hat, auch geeignet ist,   zu dem Thema etwas zu sagen. Und nein, auch der meist obligatorische  Besuch einer KZ-Gedenkstätte mit der Schulklasse reicht als  Qualifikation nicht aus.</p>
<p>Die Tragik des modernen Judentums ist, dass es vor allem in  Deutschland auf den Holocaust reduziert wird, so wird es in den Schulen  vermittelt, bis die Jugendlichen es nicht mehr hören können und eine  Übersättigung eintritt. Das ist nun nicht der Fehler des Judentums  sondern derer, die diese Inhalte vermitteln; auch sie verfügen meist nur  über ein eingeschränktes Bild dieser enorm vielfältigen und  facettenreichen Kultur, die viel älter ist als unsere und die weit über  die Grenzen dessen hinausgeht, was wir unter &#8220;Nationalkultur&#8221; verstehen.</p>
<p>Mit Israel ist es dasselbe. Es macht ja nichts, dass nicht jeder Jude  Israeli und nicht jeder Israeli Jude ist, dass die kurze Geschichte  dieses Staates, dessen Territorium in etwa so groß ist wie das  Bundesland Hessen, so komplex ist, dass Bücher zu diesem Thema ganze  Bibliotheken füllen. Dabei offenbart sich eine Denkweise der ganz  schlichten Art und unbelastet von jeglicher Kenntnis, nämlich den  Konflikt auf die Juden als Schuldige zu reduzieren, was sachlich schlicht nicht richtig ist, ungeachtet eventueller Sympa- oder Antipathien.</p>
<p>Es ist mir unbegreiflich, dass jeder meint, sich zu diesem Thema  äußern zu müssen. Beim Thema Afghanistan, Gesundheitswesen oder  Euro-Krise hört man von Piraten, dass wir da keine abgestimmte  Parteimeinung und überdies (noch) nicht genügend Ahnung haben. Aber beim  Thema Juden und Holocaust, da ist die Meinung dann da und wird  unreflektiert und unbelastet von Sachkenntnis  hinaus in die Welt  geplärrt. Als wäre das nicht schon arg genug, fehlt auch noch die nötige  Empathie: Der fabrikmäßigen Vernichtung von Menschen folgt die  Entmenschlichung des Holocausts in der öffentlichen Meinung, wie sie  sonst eher nach dem x-ten Bier am Stammtisch geäußert wird. Herzlichen  Glückwunsch.</p>
<p>Leute, die Piraten sind nicht Euer Stammtisch, und Twitter ist es  auch nicht. Dass die, die sich unqualifiziert zum Thema  äußern, damit eine in der Gesellschaft verankerte Meinung zum Besten geben, macht die Sache nicht besser. Immerhin sind die Piraten angetreten, um es besser zu machen. Dann fangt doch mal bei Euch selbst an.</p>
<p>Bedauerlich ist auch, dass selbst Amtsträger sich nicht zu schade  sind, und gerade sie sind in der Verantwortung, denn ihnen sollte  bewusst sein, dass sie als solche wahrgenommen werden. Als Mitglieder  haben wir alle den Anspruch, dass sich unsere Amts- und Funktionsträger  sensiblen Themen auch mit der nötigen Sensibilität widmen, und wem das  nicht gegeben ist, der sollte sich von Ämtern und Funktionen fernhalten.  Das heißt nicht, dass wir daherkommen sollen wie die FDP in Jeans und  Kapuzenpulli, und auf diese Themen mit Allgemeinplätzen und Worthülsen reagieren müssen. Aber wir sollten wissen, wann es Zeit ist, die Kresse zu  halten, nämlich dann, wenn wir so gar keine Ahnung haben. Und vom  Judentum, dem Holocaust als Gesamtproblematik und Israel haben die  meisten Piraten nun mal keine, ebenso wenig wie der größte Teil der  deutschen Bevölkerung.</p>
<p>Die Themenkomplexe Judentum, Holocaust und Israel haben eine  differenzierte Betrachtungsweise verdient, die frei von  Betroffenheitsgymnastik ist, aber auch frei von den undifferenzierten  Meinungsäußerungen, wie sie verstärkt durchs Netz wabern.</p>
<p>Wer den Holocaust leugnet oder relativiert, den Juden eine Teilschuld  daran zuspricht, sich über die (übrigens nicht existierende)  Kollektivschuld beschwert oder ähnliche Absurditäten von sich gibt, ist  letztendlich nur zu feige, sich ein paar unangenehmen Wahrheiten über die  eigene Geschichte zu stellen. Da hilft unser Allheilmittel gegen die  Übel der Welt tatsächlich: nämlich Bildung und Information. Wem das zu  mühsam ist und wer daher auf seinem Standpunkt beharrt, der hat ein  Problem, dessen Lösung eher außerparteilich zu suchen wäre. Das gilt  übrigens auch für unkontrollierten Rededrang zu Themen, von denen man  keine Ahnung hat und natürlich auch für einen völlig inakzeptablen Umgang mit weiblichen Parteimitgliedern.</p>
<p>Die Autorin dieses Beitrags ist nicht nur von den bedauerlichen Einzelfällen extrem angekotzt, sondern auch Judaistin.</p>
<p align="left"><a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Einzelf%C3%A4lle%2C+bedauerliche%3F+http://tinyurl.com/dxy3n3f" title="Post to Twitter"><img class="nothumb" src="http://piratenfrau.net/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-twitter.png" alt="Post to Twitter" /></a> <a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Einzelf%C3%A4lle%2C+bedauerliche%3F+http://tinyurl.com/dxy3n3f" title="Post to Twitter">Tweet This Post</a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Holocaust und Meinungsäußerung</title>
		<link>http://piratenfrau.net/?p=281</link>
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		<pubDate>Wed, 18 Apr 2012 12:46:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es ist offiziell, dass Bundesschiedsgericht hat entschieden, dass Herr Bodo Thiesen weiterhin in der Partei bleibt. Das Urteil erscheint mir schlüssig, allerdings ändert das nichts daran, dass ich den Verbleib Herrn Thiesens in der Piratenpartei persönlich bedauere.  Aber wir müssen wohl mit Bodo und seinen befremdlichen &#8220;Meinungsäußerungen&#8221; leben, wie die SPD dies mit Herrn Sarrazin [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist offiziell, dass Bundesschiedsgericht hat entschieden, dass Herr Bodo Thiesen weiterhin in der Partei bleibt. Das Urteil erscheint mir schlüssig, allerdings ändert das nichts daran, dass ich den Verbleib Herrn Thiesens in der Piratenpartei persönlich bedauere.  Aber wir müssen wohl mit Bodo und seinen befremdlichen &#8220;Meinungsäußerungen&#8221; leben, wie die SPD dies mit Herrn Sarrazin tun muss, selbst wenn die nicht mal ein Ausschlussverfahren durchgezogen haben, so wie wir Piraten es taten.</p>
<p>Nun gibt es auch Piraten, die das Ergebnis begrüßen, und zwar im Namen der Meinungsfreiheit. Diese ist uns ein hohes Gut, wir verteidigen das Recht auf eine eigene Meinung bei jeder Gelegenheit, und das auch zu recht. Zudem hat ein Pirat einen Programmantrag eingereicht, der das Leugnen des Holocaust nicht mehr unter Strafe stellen soll. Hier kann man durchaus einen Zusammenhang mit der Causa Thiesen erkennen.</p>
<p>Ja, die Meinungsfreiheit ist wichtig. Aber sie bedeutet nicht, dass jeder Scheiß durch sie gedeckt ist. Das gilt für die Fälle, in denen geltendes Recht verletzt wird (so geschehen im Fall der Holocaustleugnung bzw. Relativierung, der üblen Nachrede und der Volksverhetzung), aber es sollte auch für Äußerungen gelten, die gar keine Meinung darstellen.</p>
<p>Man kann der Meinung sein, dass das Wetter angenehm, dass Blau eine schöne Farbe oder dass die Arbeit der Regierung negativ zu bewerten ist. Aber zu behaupten, dass ein historisches Ereignis, das geradezu exzessiv durch Dokumente, Zeugenaussagen, Bildmaterial etc. belegt ist, nicht oder so nicht stattgefunden hat, hat mit &#8220;Meinung&#8221; überhaupt nichts zu tun. Eine derartige Behauptung kann aus Unwissenheit resultieren (weil man in einem Umfeld aufgewachsen ist, in dem die Information über das Ereignis nicht verfügbar ist) oder auch aus der Unfähigkeit, Ereignisse dieser Tragweite intellektuell zu begreifen. Wird jedoch in einem Land wie Deutschland der Holocaust von halbwegs normal begabten Menschen geleugnet oder relativiert, hat das weniger mit Unwissenheit als vielmehr mit Unbelehrbarkeit, kognitiver Dissonanz, dem Hang zu Verschwörungstheorien oder ähnlichem zu tun. Historisch einwandfrei belegten Tatsachen kann man positiv oder negativ gegenüberstehen, aber ihre Existenz zu leugnen ist schlicht idiotisch. Ebenso könnte man behaupten, dass er Erste Weltkrieg nie stattfand, sondern eine raffinierte Propagandalüge der Siegermächte war, um im Deutschen Reich die Monarchie zu stürzen oder dass die Erde eine Scheibe ist. Das ist zwar absurd, aber es wäre nicht verboten.</p>
<p>Generell gilt: Meinungen sind verhandelbar, Fakten nicht. Wer Fakten wider besseres Wissen als nicht existent leugnet, ist ein extrem mühsamer Gesprächspartner, dem man möglichst aus dem Wege geht.</p>
<p>Als Judaistin (und somit Geisteswissenschaftlerin) bin ich nicht wirklich glücklich mit dem Verbot, den Holocaust zu leugnen oder zu relativieren, und zwar nur, weil ich es nicht für zielführend halte. Nur, wenn man den Geschichtsrevisionisten die Fakten möglichst öffentlich um die Ohren hauen kann, sie mit Hilfe von Filmaufnahmen, Zeugenaussagen, Fotos, Lageplänen, Berichten und allem, was die Archive hergeben, als  die Idioten  entlarvt, die sie sind, kann man sie wirksam bekämpfen, anstatt sie zu Märtyern ihrer Bewegungen oder zu Helden der Meinungsfreiheit in einem unbedarften Umfeld zu machen. Also, das Gesetz, das Holocaustleugnung oder -relativierung unter Strafe stellt, einfach abschaffen, damit sich Ewiggestrige und Verblendete in aller Öffentlichkeit so oft zum Horst machen können, wie sie wollen?</p>
<p>Nein, das wäre zu früh.</p>
<p>Ich bin überzeugt, dass dieses Gesetz irgendwann gestrichen werden wird, wenn der zeitliche Abstand größer ist und die Auseinandersetzung auf intellektuellerer Ebene geführt werden kann, als dies zur Zeit noch möglich ist, wenn man denen, die mit der Tatsache der Shoah so gar nicht leben können, dass sie sie negieren, einfach nüchtern mit den Fakten begegnen und sie dann laut und herzhaft auslachen kann. DANN kann man gemeinsam, als Gesellschaft, über eine Abschaffung des Verbots nachdenken, aber nicht früher. Und so weit ist hier fast niemand. Das sieht man allein schon daran, dass es immer noch genügend Leute gibt, die unbedingt die Shoah gedanklich befriemeln müssen und sie nicht als das nehmen können, was sie ist: Als kollektives Versagen der Deutschen, die deutscher Abstammung (aber nicht jüdischen Bekenntnisses)  sind und als historische Verantwortung. Aller. Ja, es ist blöd, dass es die eigenen Vorfahren waren, das weiß ich auch, aber wir müssen damit leben, und das kann man vor allem dann, wenn man den Unterschied zwischen Verantwortung und Schuld erkennt und die Verantwortung annimmt, als Verpflichtung, mit seinen Mitmenschen ungeachtet von Abstammung, Geschlecht, sexueller Orientierung, Hautfarbe oder religiösem Bekenntnis im Sinne humanistischer Prinzipien umzugehen.</p>
<p>Zu sagen, dass man aus logischen Erwägungen das Verbot der Holocaustleugnung oder -relativierung hier, jetzt und gleich abschaffen will, mag eine logisch begründete Entscheidung sein, aber vor allem ist sie eines: zutiefst technokratisch. Wer das fordert lässt eines außer Acht: die Menschen, die von dieser Entscheidung betroffen sind. Das Verbot stammt aus einer Zeit, als nationalsozialistisches Gedankengut noch stark verbreitet war, als man das kleine Häuflein der aus den nationalsozialistischen Vernichtungsfabriken zurückgekehrten Menschen vor dem gestrigen Gedankengut ihrer neuen Nachbarn schützen musste. Das ist schon ein paar Jahrzehnte her, und es hat sich viel geändert. Viel, aber nicht genug, wie auch die mangelnde Empathie mancher Piraten gegenüber diesem Thema deutlich beweist.</p>
<p>Wie bis heute allgemein mit den Themen Juden/Shoah/Israel umgegangen wird, zeigt, dass eine Abschaffung des Verbots zu früh käme. Die zu diesen Themen immer wieder geäußerten Ansichten gehören zu den ganz trüben Dingen, denen man im Internet oder in persönlichen Gesprächen mit der &#8220;man wird ja noch sagen dürfen&#8221;-Fraktion begegnet.</p>
<p>Wenn wir uns alle ganz viel Mühe geben und endlich begreifen, dass die Shoah eine historische Tatsache ist (das sowieso), aber auch, dass Juden, die irgendwo auf der Welt leben, mit Israel erst mal nichts zu tun haben (außer sie sind Israelis, die im Ausland leben, und auch die sind nicht automatisch haftbar zu machen), dass Juden keine Kollektivmeinung teilen, sondern sich ganz der Meinungsvielfalt hingeben wie alle normalen Gemeinschaften auch, dass längst nicht alle Israelis hinter der Politik ihres Landes stehen und dass die Politik Israels gegenüber dem Volk der Palästinenser zwar diskussionswürdig ist, aber mit der Shoah ganz und gar nichts zu tun hat und mit ihr auch in keinster Weise vergleichbar ist, dann klappt es bestimmt auch irgendwann mit der Abschaffung. Dann werden wir, die wir bei allen zweifelhaften Entscheidungen unserer Regierung, empört sind, obwohl es sich um gewählte Volksvertreter handelt, auch begriffen haben, dass es den Israelis nicht anders ergeht als uns.</p>
<p>Aber da werden wir wohl noch ein bisschen üben müssen.</p>
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		<title>Postgender</title>
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		<pubDate>Sun, 12 Jun 2011 12:28:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sonstiges]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Piratenpartei bezeichnet sich als &#8220;postgender&#8221;, und ich habe zunehmend Gefallen an diesem Konzept gefunden. Es bedeutet nämlich unter anderem, dass jeder Mensch seine Persönlichkeit nach eigenen Vorstellungen definieren und ausleben kann, unabhängig von den Vorstellungen die Geschlechterrollen betreffend, die die Gesellschaft uns tagtäglich und in allen Bereichen aufzwingt. Das finde ich entspannt und angenehm. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Piratenpartei bezeichnet sich als &#8220;postgender&#8221;, und ich habe zunehmend Gefallen an diesem Konzept gefunden. Es bedeutet nämlich unter anderem, dass jeder Mensch seine Persönlichkeit nach eigenen Vorstellungen definieren und ausleben kann, unabhängig von den Vorstellungen die Geschlechterrollen betreffend, die die Gesellschaft uns tagtäglich und in allen Bereichen aufzwingt. Das finde ich entspannt und angenehm. Natürlich heißt es nicht, dass auch alle Piraten automatisch dieses Ideal leben oder verinnerlicht haben; kurz gesagt: Die Piratenpartei mag &#8220;postgender&#8221; sein, aber nicht alle Piraten sind es auch.</p>
<p>Das ist eigentlich kein Problem; Niemand wird ernsthaft behaupten, dass alle CDU-Mitglieder in ihrer Politik wahrhaft christliche Werte transportieren und umsetzen (haha!), dass alle Sozialdemokraten wahrhaft sozial denken, dass alle Grünen jeden Käfer von der Straße tragen und kein Auto fahren und so weiter. Schließlich sind wir alle nur Menschen, und eine Partei sucht man nach der größtmöglichen Deckung mit den eigenen Idealen aus. Wenn man nur in eine Partei eintreten würde, die die eigenen Vorstellungen zu 100% postuliert, würden wir alle noch immer suchen.</p>
<p>Nun droht gerade Frauen, die sich dem Postgender-Ideal verschrieben haben, einiges Ungemach von außen, und zwar sowohl durch Männer als auch durch Frauen. Und das wird ab und an ein bisschen lästig. Das hat nicht immer, aber machmal auch mit der Piratenpartei zu tun.</p>
<p>Nehmen wir zunächst die Männer. Einige haben nicht so den Überblick, ob man nun postgender ist oder feministisch, es ist ihnen auch egal, hauptsache, sie können mit ihren Vorstellungen von ganz unten aufwarten: Es wird einem von völlig unbekannten männlichen Menschen fehlende Weiblichkeit attestiert (woher wollen die denn das wissen?), Frustration, mangelnder Erfolg im Leben, lesbisch-sein (wo wäre da denn das Problem?), zu lange keinen Sex mehr gehabt zu haben, ohne hin keinen abzukriegen, Misserfolge im Studium, was auch immer. Von Menschen, die man noch nie gesehen hat, wohlbemerkt, die nichts von den Frauen, die sie attackieren, wissen. Das kann man nicht wirklich ernst nehmen. Es dürfte sich um einen Ausbruch eigener Frustrationen über persönliche Defizite, Unzulänglichkeiten und Misserfolge handeln, die auf die betreffenden Frauen projiziert werden. Denn diese Frauen haben das, was den Herren, die sich zumeist anonym austoben, fehlt: ein gewisses Maß an öffentlicher Aufmerksamkeit. Dieses Verhalten begleitet Frauen, seit sie am gesellschaftlichen Leben vollumfänglich teilnehmen und ist damit zwar lästig, aber weder neu noch originell. Wir sind es gewöhnt, dass manche Männer Weiblichkeit nicht in allen Facetten wahrnehmen können oder wollen und für ihre beschränkte und rückständige Sichtweise öffentlich werben.</p>
<p>Interessanter wird es bei Angriffen, die gerade Piratinnen (oder: weibliche Piraten) durch andere Frauen erfahren. Hier werden doch erstaunliche Behauptungen aufgestellt:</p>
<ul>
<li>es wird unterstellt, dass man (&#8220;frau&#8221;) ein Mann ist, der eine weibliche Identität angenommen hat, um Frauen arglistig zu täuschen (so etwas gibt es sicherlich, aber mir wäre das zu kompliziert, ich habe mich noch nie als Mann ausgegeben und werde das auch nicht tun)</li>
<li>man sei ein Transvestit, transsexuell (was ist denn daran schlimm?) oder hätte sich gar bereits einer geschlechtsangleichenden Operation unterzogen (damit wäre man eine Frau, nicht wahr?)</li>
<li>man wäre zu blöd, zu verstehen, wie man von Männern für ihre Zwecke instrumentalisiert wird (das höre ich besonders gern), und daher verrät man die Ideale der Frauen. Aha.</li>
<li>eine gewisse Androgynität wird negativ bewertet; natürlich nicht bei Annie Lenox, Tilda Swinton oder Grace Jones, da ist das schick, aber bei der Frau von nebenan schon.</li>
<li>man wäre nicht weiblich genug.</li>
</ul>
<p>Den letzten Punkt finde ich besonders komisch. Ich meine, da befreit man sich mühsam und jahrzehntelang von dem Diktat männlicher Vorstellungen, die man als eingeschränkt, rückständig und verquast empfindet, nur um sich erneut mit Vorstellungen konfrontiert zu sehen, die ebenso eingeschränkt, rückständig und verquast sind, nur ein bisschen anders? Das soll wohl ein Witz sein.</p>
<p>Als moderne Frau, die dem Postgender-Ideal anhängt, ist es unter meiner Würde, mich mit so etwas zu beschäftigen. Ich brauche keine Ideologien, die mir vorschreiben, wie man sich als Frau zu verhalten, zu geben oder zu denken hat. Ich lehne es ab, mit derart beschränkten Sichtweisen konfrontiert zu werden, deren Hintergrund doch nur ein zutiefst inferiores Gedankengut ist, und ich werde mich damit nie wieder beschäftigen. Liebe Damen, ich kann nichts dafür, dass Ihr nicht imstande seid, Weiblichkeit in allen Facetten zu begreifen, das ist Euer Problem, und ich werde es nicht zu meinem machen. Letztendlich regt Ihr Euch nur darüber auf, dass ich mich Eurer Sichtweise nicht anschließen möchte. Diese Vorwürfe offenbaren einen Einblick in eine geistige Provinz, in der ich nicht mal tot über dem Zaun hängen möchte, salopp gesagt.</p>
<p>Etwas Persönliches am Rande: Zu meinen liebsten Hobbys gehören das Stricken, das Verspinnen von Wolle und das Kochen. Wenn eine der Damen mit ähnlich weiblich konnotierten Beschäftigungen in entsprechender Zahl aufwarten kann, bitte ich um Meldung. Außerdem diskutiere ich auf intellektueller Ebene über teilweise sehr komplexe Themen, kann mich klar und strukturiert ausdrücken, Lampen anschließen, einparken und noch einiges mehr, aber das macht niemanden zum Mann, und es macht einen auch nicht zu jemandem, der gern ein Mann sein möchte. Eher im Gegenteil.</p>
<p>Ich würde mir da also einen gelassenderen Umgang wünschen, gerade von feministischer Seite, und einen etwas erweiterten Horizont.</p>
<p align="left"><a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Postgender+http://tinyurl.com/6jmf4xs" title="Post to Twitter"><img class="nothumb" src="http://piratenfrau.net/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-twitter.png" alt="Post to Twitter" /></a> <a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Postgender+http://tinyurl.com/6jmf4xs" title="Post to Twitter">Tweet This Post</a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Austeilen, aber nicht einstecken</title>
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		<pubDate>Tue, 24 May 2011 23:51:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sonstiges]]></category>

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		<description><![CDATA[Auch ich las das Wettangebot im Blog von Julia Seeliger, und ich habe daraufhin einen Kommentar geschrieben, der lautete wie folgt (sinngemäß): &#8220;Ich fände, dass Julia Seeliger in fünf Jahren nicht mehr bei der taz ist, lustiger&#8221;. Dieser nicht ganz ernst gemeinte Beitrag enthielt weder einen Wetteinsatz noch irgendeine weitere Bemerkung (im Gegensatz zum Twitter-Post [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auch ich las das <a title="Zeitrafferin Wette" href="http://seeliger.cc/2011/1000-euro-gegen-die-piratenpartei/#comment-288" target="_blank">Wettangebot</a> im Blog von Julia Seeliger, und ich habe daraufhin einen Kommentar geschrieben, der lautete wie folgt (sinngemäß): &#8220;Ich fände, dass Julia Seeliger in fünf Jahren nicht mehr bei der taz ist, lustiger&#8221;. Dieser nicht ganz ernst gemeinte Beitrag enthielt weder einen Wetteinsatz noch irgendeine weitere Bemerkung (im Gegensatz zum Twitter-Post ähnlichen Inhalts).</p>
<p>Nun bekam ich von der Dame eine private Mail, in der sie mir mitteilte, dass sie meine E-Mail-Adresse an hatr gemeldet hätte und in der sie mich als &#8220;doofe Trollin&#8221; bezeichnete.</p>
<p>Edit: Gemeldet wurde der Kommentar, nicht die E-Mail, aber die hängt doch oft mit dran &#8230;</p>
<p>Allerwerteste Frau Seeliger, nur zu. Ich habe prinzipiell kein Problem damit, dass Leute sich zum Klappstuhl machen (immerhin sagte ich im Kommentar nichts, was nicht in der Wette auch enthalten war, nur eben anders herum); und angesichts dieser außerordentlich reifen Reaktion erlaube ich mir, diese Voraussage durchaus ernst zu nehmen. Der taz, die ich eigentlich sehr schätze, gratuliere ich zu dieser Mitarbeiterin.</p>
<p>Ach ja, löschen o. ä. nützt nichts; ich habe eine Screenshot des Blogbeitrags und auch Ihre Mail.</p>
<p align="left"><a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Austeilen%2C+aber+nicht+einstecken+http://tinyurl.com/3v2m45j" title="Post to Twitter"><img class="nothumb" src="http://piratenfrau.net/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-twitter.png" alt="Post to Twitter" /></a> <a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Austeilen%2C+aber+nicht+einstecken+http://tinyurl.com/3v2m45j" title="Post to Twitter">Tweet This Post</a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die gefühlte Provinz</title>
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		<pubDate>Wed, 18 May 2011 11:24:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Piraten]]></category>

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		<description><![CDATA[Zurück aus Heidenheim an der Brenz und mit einem für Hamburger und die meisten Nordpiraten ungeliebtem Vorsitzenden. Das gab auf beiden Seiten viel Unmut, sowohl wegen der Wahl als auch wegen einer spürbar mangelnden Begeisterung für das Ergebnis. Ich halte das für ein generelles Problem, und da stellt das Nord-Süd-Gefälle nur einen Aspekt dar. Der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zurück aus Heidenheim an der Brenz und mit einem für Hamburger und die meisten Nordpiraten ungeliebtem Vorsitzenden. Das gab auf beiden Seiten viel Unmut, sowohl wegen der Wahl als auch wegen einer spürbar mangelnden Begeisterung für das Ergebnis.</p>
<p>Ich halte das für ein generelles Problem, und da stellt das Nord-Süd-Gefälle nur einen Aspekt dar. Der andere, meines Erachtens nach bedeutendere, ist der zwischen Provinz und Metropole. Der Norden gilt als weltoffener und liberaler, das gilt besonders für die größeren Städte, aber auch generell. Und es gibt immer Konflikte, wenn man Städtern jemanden aus der Provinz vor die Nase setzt. Münchner Protestanten können ein Lied davon singen, wenn sie, die großbürgerlich-gebildet-liberalen Bewohner einer Großstadt mal wieder einen Pastor aus dem Waldecker Land zugeteilt bekommen, der die Bibel am liebsten möglichst wörtlich auslegt. Im übertragenden Sinne gilt das auch für uns. Umgekehrt ist es auch schwierig, z. B. wenn jemand aus Hamburg oder Berlin zur Bürgermeisterwahl in &#8230; sagen wir: Heidenheim an der Brenz antreten würde, ohne mindestens achtzig Jahre dort gelebt zu haben.</p>
<p>Als Mensch mit norddeutscher Verwurzelung habe ich persönlich Erfahrungen in Baden-Württemberg sammeln dürfen, nämlich während meines Studiums in Heidelberg. An der Uni war es erträglich, da international und sehr gemischt, außerhalb war es so, dass ich nach einem Jahr Leben ohne Uni Job und Wohnung kündigte, um Richtung Norden zu fliehen, ohne Netz und doppelten Boden, und ich habe nie zurückgeschaut und es gewiss niemals bereut. Wie mir geht es vielen: Man hat eben vor der Provinz (vor allem vor der geistigen) auch ein bisschen Angst.</p>
<p>Dennoch ist alles auf lange Sicht halb so wild. Die peinlichen Fotos (ich sage nur: Hut und Jesus-Pose) werden auch irgendwann unaktuell, und ein Vorsitzender ist wenigstens bei uns nichts ohne die Basis. So wurde auch die Programmerweiterung gegen den Willen des ehemaligen Vorsitzenden Jens Seipenbusch beschlossen und begonnen. Im günstigsten Fall gelingt diesem Vorstand, die Landesverbände aneinander anzunähern (ich möchte nicht so optimistisch sein und von &#8220;einigen&#8221; sprechen, das gelänge wohl keinem Vorstand innerhalb eines Jahres), im ungünstigsten werden die nördlichen Landesverbände noch ein weiteres Jahr so tun, als wäre der Bundesvorstand nicht da. Aber zunächst werden wir der Dinge harren, die da kommen, in der Hoffnung, dass da etwas kommt,was die Partei voranbringt.</p>
<p align="left"><a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Die+gef%C3%BChlte+Provinz+http://tinyurl.com/3fmktmn" title="Post to Twitter"><img class="nothumb" src="http://piratenfrau.net/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-twitter.png" alt="Post to Twitter" /></a> <a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Die+gef%C3%BChlte+Provinz+http://tinyurl.com/3fmktmn" title="Post to Twitter">Tweet This Post</a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Einladung zur Wahlparty &#8211; Extended</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Feb 2011 09:56:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>

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		<description><![CDATA[Sobald wir selbst den Gang zur Urne vollzogen haben, treffen wir uns ab 16.00 Uhr im KIR, Barnerstraße 16, Hamburg-Altona, um es nach einem kurzen aber sehr anstrengenden Wahlkampf endlich mal richtig krachen zu lassen. Auf dem Programm stehen: - eine Twitterwall (ja, es wird hoffentlich W-Lan geben, denn ohne das sind wir nicht überlebensfähig) [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="magicdomid8">Sobald wir  selbst den Gang zur Urne vollzogen haben, treffen wir uns ab 16.00 Uhr  im KIR, Barnerstraße 16, Hamburg-Altona, um es nach einem kurzen aber  sehr anstrengenden Wahlkampf endlich mal richtig krachen zu lassen.</div>
<div id="magicdomid10">Auf dem Programm stehen:</div>
<div id="magicdomid12">- eine Twitterwall (ja, es wird hoffentlich W-Lan geben, denn ohne das sind wir nicht überlebensfähig)</div>
<div id="magicdomid13">-  Verpflegung: kalt und warm, für Ominvoren, Vegetarier und Veganer (am  Wahlsonntag bekochen Vorstandsmitglieder die Basis und unsere lieben  Gäste.)</div>
<div id="magicdomid14">- Live-Musik: Planetarc &#8211; 4/5 Piraten, 5/5 NewRockWaveCover</div>
<div id="magicdomid15">- Konserve: Herr Grundmann</div>
<div id="magicdomid17">Da wir davon ausgehen, dass uns der Souverän mit mehr als nur ausreichend Stimmen bedenken wird,  gibt es auch ausgelassene und angeheiterte Kandidaten und  Vorstandsmitglieder, vermutlich beim Absingen schmutziger Lieder zu  beobachten, aber wir wollen nicht zu viel versprechen.</div>
<div id="magicdomid19">Die Ü-Technik kann vor der Fabrik (in Laufweite) abgeparkt werden, wo eine ehemalige Volkspartei  ihren absehbaren und vielleicht letzten Wahlsieg begießen wird.</div>
<div id="magicdomid21">Wir  freuen uns über zahlreiches Erscheinen und grüßen auf diesem Wege schon  mal unsere Mitglieder, unsere Wähler, alle, die uns potentiell wählen  wollen und alle, die überhaupt wählen gehen.</div>
<div id="magicdomid23">Nein, wir sind keine Spaßpartei.</div>
<div id="magicdomid25">Ihre/Eure</div>
<div id="magicdomid26">Piratenpartei Hamburg</div>
<p align="left"><a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Einladung+zur+Wahlparty+%E2%80%93+Extended+http://s5b2t.th8.us" title="Post to Twitter"><img class="nothumb" src="http://piratenfrau.net/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-twitter.png" alt="Post to Twitter" /></a> <a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Einladung+zur+Wahlparty+%E2%80%93+Extended+http://s5b2t.th8.us" title="Post to Twitter">Tweet This Post</a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Einladung zur Wahlparty!</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Feb 2011 14:04:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir wählen nicht nur, wir feiern auch. Hier sind unsere Flyer zur Wahlparty. Gäste sind natürlich willkommen! Tweet This Post]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir wählen nicht nur, wir feiern auch. Hier sind unsere Flyer zur Wahlparty. Gäste sind natürlich willkommen!</p>
<p><a href="http://piratenfrau.net/wp-content/uploads/2011/02/LVHH-FlyerWahlparty2011.jpg"></a><a href="http://piratenfrau.net/wp-content/uploads/2011/02/LVHH-FlyerWahlparty20111.jpg"><img class="size-full wp-image-262 alignright" title="LVHH-FlyerWahlparty2011" src="http://piratenfrau.net/wp-content/uploads/2011/02/LVHH-FlyerWahlparty20111.jpg" alt="" width="400" height="564" /></a><a href="http://piratenfrau.net/wp-content/uploads/2011/02/LVHH-FlyerWahlparty2011-21.jpg"><img class="size-full wp-image-261 alignleft" title="LVHH-FlyerWahlparty2011-2" src="http://piratenfrau.net/wp-content/uploads/2011/02/LVHH-FlyerWahlparty2011-21.jpg" alt="" width="400" height="564" /></a></p>
<p style="text-align: center;">
<p style="text-align: center;">
<p style="text-align: center;">
<p align="left"><a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Einladung+zur+Wahlparty%21+http://rtay9.th8.us" title="Post to Twitter"><img class="nothumb" src="http://piratenfrau.net/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-twitter.png" alt="Post to Twitter" /></a> <a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Einladung+zur+Wahlparty%21+http://rtay9.th8.us" title="Post to Twitter">Tweet This Post</a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die PIRATEN und der Spaß</title>
		<link>http://piratenfrau.net/?p=249</link>
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		<pubDate>Sun, 13 Feb 2011 10:26:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Inhaltliches]]></category>
		<category><![CDATA[Pressearbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>

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		<description><![CDATA[Lange habe ich nichts mehr geschrieben; da ich im Vorstand des Landesverbandes Hamburg gelandet bin und nun auch noch im Wahlkampf stecke, waren meine Prioritäten einfach andere, aber nun ist es mal wieder an der Zeit. Ich stehe momentan sehr viel an Infoständen, um als Kandidatin mit den Wählern zu sprechen, und ich bin froh, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lange habe ich nichts mehr geschrieben; da ich im Vorstand des Landesverbandes Hamburg gelandet bin und nun auch noch im Wahlkampf stecke, waren meine Prioritäten einfach andere, aber nun ist es mal wieder an der Zeit.</p>
<p>Ich stehe momentan sehr viel an Infoständen, um als Kandidatin mit den Wählern zu sprechen, und ich bin froh, dass der Begriff &#8220;Spaßpartei&#8221; immer seltener fällt. Dies ist sicherlich unserer programmatischen Arbeit geschuldet; die Hamburger Piraten haben ein Landeswahlprogramm auf die Beine gestellt, das sich wichtigen und hamburgrelevanten Themen wie Stadtentwicklung, Bildung, Sicherheit, Umwelt/Energie und Verkehr widmet, und es ist mir eine Freude, es am Wahlstand zu verbreiten und zu vertreten. Belohnt werden wir durch das steigende Interesse, das vor allem eines deutlich macht: Wir werden ernst genommen, und unsere Ideen kommen gut an.</p>
<p>Leider ist das bei Presse und Medien nicht so. Generell ist das Medieninteresse an dieser Bürgerschaftswahl gering; den CDU-Hardliner aus Heidelberg wollen nur noch die ganz Unbeirrten wählen, Olaf Scholz, der sich unter anderem durch die umstrittene und mitunter tödliche Verabreichung von Brechmittel an Verhaftete hervortat, und seine SPD werden gewinnen, was nicht daran liegt, dass sie besonders gut sind, sondern eher daran, dass die anderen besonders schlecht agierten. Das ist nicht zu ändern.</p>
<p>Die wenigen Anfragen von Presse und Medien, die an uns herangetragen wurden, beschäftigen sich vor allem mit Spaß und anarchistischen Aktionen. Wir werden gezielt gefragt, ob wir nicht wieder was &#8220;Lustiges&#8221; machen würden, unser Spitzenkandidat Claudius Holler soll mitten auf einer Haupteinkaufsstraße eine &#8220;Brandrede&#8221; halten (was in Hamburg keine gute Idee ist) und alle wollen, dass wir möglichst nackt durch den Flughafen rennen, um gegen die sogenannten Nacktscanner zu protestieren, gegen die wir uns ja eindeutig positioniert haben.</p>
<p>Ich bin froh, auch als Mitglied des Presseteams der Hamburger Piraten, dass wir diesen Forderungen nach Action, Spiel und Spaß eine klare Absage zu erteilten: Wir wollen mit unserem Programm den Wähler überzeugen, und dafür arbeiten wir uns auf der Straße unter widrigen Bedingungen ab. Wir haben eine Menge kompetenter Menschen in unseren Reihen, u. a. einen Stadtentwicklungsprofi, und wir werden uns gewiss nicht verheizen, indem wir medienwirksame Bilder produzieren (lassen), die uns zwar ins Gespräch bringen, aber nicht in der Weise, in der wir es uns wünschen. Wir sprechen lieber mit den Bürgern auf der Straße, werben dort für unser Programm und gehen den unbequemen aber richtigen Weg. Uns macht das Spaß, Medien und Presse nicht so, aber das ist nicht zu ändern. Dann eben ohne medialen Aufriss. Die Presse ist ohnehin damit ausgelastet, von Herrn Ahlhaus&#8217; Umbauten seiner Privatvilla auf Kosten des Steuerzahlers zu berichten oder über eine FDP-Spitzenkandidatin, deren Wahlwerbung zwischen Einrichtungshaus und Bekleidungsdiscounter angesiedelt ist.</p>
<p>Kurz gesagt: Nicht mit uns, liebe Medien.</p>
<p align="left"><a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Die+PIRATEN+und+der+Spa%C3%9F+http://95327.th8.us" title="Post to Twitter"><img class="nothumb" src="http://piratenfrau.net/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-twitter.png" alt="Post to Twitter" /></a> <a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Die+PIRATEN+und+der+Spa%C3%9F+http://95327.th8.us" title="Post to Twitter">Tweet This Post</a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Antrag an den Bundesvorstand</title>
		<link>http://piratenfrau.net/?p=243</link>
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		<pubDate>Wed, 17 Nov 2010 01:12:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer ebenfalls der Meinung ist, dass die seit bisher SECHZEHN Monaten ausstehende Entscheidung des Landesschiedsgerichts RLP in der causa Bodo Thiesen untragbar und einer Partei, die sich der Transparenz verschrieben hat und eine neue politische Kultur etablieren möchte, nicht würdig ist, kann dies an dieser Stelle kundtun. Tweet This Post]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer ebenfalls der Meinung ist, dass die seit bisher SECHZEHN Monaten ausstehende Entscheidung des Landesschiedsgerichts RLP in der causa Bodo Thiesen untragbar und einer Partei, die sich der Transparenz verschrieben hat und eine neue politische Kultur etablieren möchte, nicht würdig ist, kann dies <a title="Antrag Thiesen - mal wieder" href="http://wiki.piratenpartei.de/2010-11-18_-_Vorstandssitzung/Antr%C3%A4ge#Ordnungsma.C3.9Fnahme_gegen_Bodo_Thiesen" target="_blank">an dieser Stelle</a> kundtun.</p>
<p align="left"><a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Antrag+an+den+Bundesvorstand+http://m8b3h.th8.us" title="Post to Twitter"><img class="nothumb" src="http://piratenfrau.net/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-twitter.png" alt="Post to Twitter" /></a> <a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Antrag+an+den+Bundesvorstand+http://m8b3h.th8.us" title="Post to Twitter">Tweet This Post</a></p>]]></content:encoded>
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