Piraten-Jinx

March 13, 2010

Das Abenteuer “Piratinnen” ist vorbei

Filed under: Piraten, Vollpfosten — admin @ 9:34 pm

Ich habe mich ja in der neu gegründeten Piratinnen-Mailingliste eingetragen, weil ich aus erster Hand und abseits von Kommentaren Außenstehender erfahren wollte, was nun eigentlich los ist. Ich gebe freimütig zu, dass das Problem, sich als Frau in der Piratenpartei unterdrückt, nicht oder falsch wahrgenommen oder nicht ernst genug genommen zu werden, nie meins war oder ist, aber dass ich ein Problem nicht kenne, bedeutet ja nicht, dass es nicht da ist.

Es waren turbulente Zeiten mit Lena, den Piratinnen, den angeblichen Schutzräumen und der Liste, und für mich sind sie – Goth sei dank – vorbei. Es war schon anstrengend, diese unzähligen Wall of Texts zu lesen, diese endlosen Statements, Berichte, was weiß ich nicht alles – zu verfolgen. Ich bin nach all dem zu dem Schluss gekommen, dass die Piratenpartei vielleicht eine Genderdebatte braucht, aber nicht so, nicht auf diesem Wege und auch nicht mit diesen Argumenten. Ich habe mich wirklich bemüht, abseits der Bezeichnungsdebatte (ob man die Satzung in Piratinnen und Piraten, PiratInnen, Pirat_innen, Piratenwieundwasauchimmer ändern soll) eine allgemeine Problematik zu entdecken, die vertretungswürdig ist, und ich bin gescheitert.

Das soll nicht heißen, dass ich diese spezielle Debatte für sinnlos halte, denn wenn da ein Bedarf besteht (was offensichtlich der Fall ist), dann sind Männer nicht die geeignete Instanz, um die Bedürfnisse von Frauen zu definieren. Persönlich würde ich mir wünschen, dass Frauen, die dieses Anliegen vertreten, dies auf logische, sachliche Weise tun, und das, ohne sich lächerlich zu machen, wenn möglich. Hier wäre es interessant, herauszufinden, wie viele der weiblichen Parteimitglieder tatsächlich eine weibliche Bezeichnung wünschen – auch hier kann Liquid Feedback vielleicht gute Dienste leisten.

Natürlich gab es persönliche Berichte, die, wenn das Beschriebene so stattgefunden hat, wovon ich hier mal ausgehe, etwas beschreiben, was gar nicht geht, aber dies sind persönliche Probleme, die auch nur auf der persönlichen Ebene zu lösen sind, aber nicht durch Satzungsänderungen und ähnliches. Denn vor einzelnen Deppen und Ärschen schützt leider keine Satzungsänderung, denn die gibt es überall. Bei den Diskussionen fühlte ich mich in eine Gesellschaft versetzt, der ich nicht angehören möchte, da sie mir zu gestrig ist und nicht meiner Lebenswelt entspricht.

Nie war man – was das Geschlecht angeht – so flexibel wie heute. War in früheren Zeiten – bis weit ins 20. Jahrhundert hinein  – das Geschlecht neben den biologischen Gegebenheiten vor allem durch von der Gesellschaft erwarteten Verhaltensweisen geprägt, die unmittelbar auf die weiblichen Lebensentwürfe einwirkten, so sind die Grenzen heute fließend geworden, und Frauen haben es leichter als Männer, diese veränderten Lebensentwürfe für sich zu entdecken und auszufüllen. Heute ist alles, was über die biologischen Merkmale herausragt, verhandelbar und individuell, auch abseits der sexuellen Orientierung. Bei den Piraten haben sich meiner Beobachtung nach viele Frauen eingefunden, die sich nicht durch die Gesellschaft, das Umfeld oder die Modebranche diktieren lassen wollen, wie “Weiblichkeit” auszusehen hat, sondern sie definieren sie für sich und weisen alle, die ihnen eine bestimmte Auffassung von Weiblichkeit aufzwängen wollen, zurück (übrigens wurde ich nie so sehr mit den Vorstellungen anderer, wie Weiblichkeit sich zu gestalten hätte, konfrontiert wie in sogenannten “feministischen” Kreisen). Bei den Piraten finden sie anscheinend genügend Offenheit für ihre Konzepte, zumindest entspricht das meiner Erfahrung.

Nicht nur mir stieß der PR-Coup der Initiatorin mittels einer irreführenden Pressemitteilung sauer auf, die dazu führte, dass nun alle Welt von den angeblich so frauenfeindlichen Piraten berichtet, während die wirklich wichtigen Dinge, die an den Piraten neu und aufregend sind, ihr Verständnis von Basisdemokratie und Politik von allen für alle, zu Unrecht in der Versenkung verschwinden. Zu diesem Thema gibt es einen sehr lesenswerten Artikel.

Leider übersieht die Presse, dass die Diskussionen nach dem ersten großen Aufriss eher flach dahindümpeln und eher als wort-, denn als inhaltsreich zu bezeichnen sind. Größtenteils finde ich die ganze Angelegenheit jedenfalls so flach, dass ich da nicht mal mehr lesende Teilnehmerin sein möchte. Für mich war es das jedenfalls mit diesen Piratinnen.

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March 4, 2010

Ich bin selten so beleidigt worden …

Filed under: Piraten, Vollpfosten — admin @ 2:25 pm

… denn man hat mir unterstellt, mich in der neuen Piratinnen-Mailingliste eingetragen zu haben, obwohl ich ein Mann sei, was nicht gewünscht ist.  Es ficht die betreffende Dame auch nicht an, dass ich meine beiden Blogs angegeben habe, beide mit Impressum, beide bei Denic registriert. Und auch nicht, dass ich im Wiki der Piratenpartei meinen vollen Realname verwende. Aber wir wollen uns da anscheinend mit so etwas Lästigem wie Fakten nicht belasten.

Abgesehen von der Marginalie, dass ich kein Mann bin und auch keiner sein möchte, was mich an sich nicht beleidigt, finde ich es unsäglich, dass mir unterstellt wird, mich mit einer falschen Identität nebst gefakter E-Mail-Adresse irgendwo einzuschreiben, um eine Mitleserschaft zu erschleichen. Das war nie meine Art, und das wird auch nie meine Art sein. Es verrät allerdings einiges über die, die eine solche Verdächtigung in einer Mailingliste, für alle lesbar, äußert. Da dort ja ein Schutzraum sein sollte, wie wäre es mit einem, der in ihrem LV namens- und gesichtsbekannte Piraten vor der Paranoia weiblicher Piraten mit Problemen schützt? Meine Meinung mag nicht populär sein, aber sie war ehrlich geäußert, und letztendlich kann ich nur mit dem argumentieren, was dort mitgeteilt wird.

Die Dame warf mir mehrere Ungeheuerlichkeiten vor, die aus dem, was ich schrieb, nicht zu entnehmen waren, für alle Mitglieder lesbar, und wies mich an, ihr privat zu antworten oder im Forum, da sie die Liste nicht weiter vergiften lassen will. Abgesehen davon, dass ihr eigenes Gift in Form einer veritablen Verleumdnung anscheinend nicht so das Problem zu sein scheint. Nun ist meine Antwort auf die Mail nicht erschienen, da ich (oder alle, so genau konnte man das nicht erkennen) auf moderiert gesetzt bin, das heißt, man nimmt mir sogar die Möglichkeit, mich zu verteidigen. So nicht, meine Damen. Wenn das die Vorstellung von Schutzraum sein soll …

Ich hatte mich in der Liste eingetragen, weil mich interessiert, was genau das Problem ist und auch, weil ich an sich dafür offen war, selbiges in meinem Landesverband zu vertreten, auch wenn es nicht meines ist. Doch bisher wurde dort nichts Vertretungswürdiges geäußert, weil alles viel zu vage war, reine Einzelmeinungen geäußert wurden und ein “wir” bemüht wurde, das nicht belegbar ist. Dafür ist es mit der Akzeptanz konträrer Meinungen nicht so weit her, stattdessen wären eher hellseherische Fähigkeiten gefragt, um die vernebelten Erfahrungsberichte der ganz vagen Art zu etwas zu machen, was auch nur ansatzweise verwendbar wäre.

Das Problem, dass Zurückhaltende nicht gehört werden, ist übrigens kein weibliches. So gibt es Piraten, die mir gesichtsbekannt sind, von denen ich aber keine Ahnung habe, welche Meinungen sie vertreten, da sie diese nicht äußern. Nur dass die keine irreführenden Pressemitteilungen herausgeben und dies auch noch für völlig o. k. halten. Aber hauptsache, wir durften mal mit der Presse sprechen, nicht wahr?

Wie auch immer, mein weiblicher Verstand sagt mir, dass ich lieber mal wieder was ordentliches Inhaltliches mache, als mit diesem Getue (Wortwahl nach eigener Anschauung) weiterhin meine Zeit zu verschwenden. Eine derart unpiratige Verhaltensweise verdient einfach keine Aufmerksamkeit.

Ergänzung: Der Gerechtigkeit halber muss ich mitteilen, dass mein Post inzwischen freigeschaltet wurde, ob als Reaktion auf diesen Beitrag vermag ich nicht zu sagen.

Ergänzung2: Besagte Dame hat sich mittlerweile via Mailingliste entschuldigt, was ich annehme.

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February 22, 2010

Entwurf für einen offenen Brief an den Bundesvorstand der Piratenpartei Deutschland

Filed under: Piraten, Vollpfosten — admin @ 2:36 am

Hier geht es zum Entwurf eines Offenen Briefes an den Bundesvorstand der Piraten Deutschland. Die Idee hierfür stammt von der Mailingliste der Piratenpartei Hamburg.

Falls irgendwer den Text löscht, hier zur Sicherheit die Urversion, ganz ohne nerviges Wiki-Versionen-Gefrickel:

Ahoi,

als Basispirat bringe ich hiermit meine Irritation gegenüber dem Vorstandsmitglied Stefan “Aaron” Koenig und den Reaktionen der übrigen Vorstandsmitglieder auf das durch dieses Mitglied verursachte Probleme zum Ausdruck

Das Vorstandsmitglied Stefan “Aaron” Koenig tat sich zunächst durch Äußerungen gegen den Islam hervor, die Angehörige dieser Weltreligion in einer pauschalisierenden Weise als homogene, potentiell unsere Gesellschaft bedrohende Gruppe diffamierte. Dies entspricht nicht nur nicht der modernen Lebenswirklichkeiten in einem Land Mitteleuropas, sondern auch den Grundsätzen der Piratenpartei Deutschlands, in denen die Gleichheit aller Menschen unabhängig u. a. ihres Bekenntnisses betont wird. Dies befremdete einen relevanten Teil der Basis und führte u. a. dazu, dass Stefan “Aaron” Koenig freiwillig anbot, Beiträge für sein Weblog vor Veröffentlichung gegenlesen zu lassen und zu einer wiederholten Modifikation des Textes “Über den Autor” in der Seitenleiste.

Nach meinem Kenntnisstand kam es niemals zu einer redaktionellen Überprüfung der folgenden Beiträge, stattdessen veröffentlichte Stefan “Aaron” Koenig wiederholt Texte, die aus piratiger Sicht zumindest zweifelhaften Inhalts waren. Als traurige Höhepunkt kann der Beitrag Zum Jahrestag der iranischen Diktatur angesehen werden, in dem ein militärischer Erstschlag gegen die Atomanlagen des Iran favorisiert wird. Dies widerspricht dem Wahlprogramm der Piratenpartei Deutschlands zur Europawahl 2009 eindeutig. Für den Fall, dass dem Vorstand diese Tatsache nicht bekannt ist, erlaube ich mir die Einfügung des entsprechenden Verweises.

Nachdem der Antrag des Landesverbandes Hamburg, das Vorstandsmitglied Stefan “Aaron” Koenig bis zur nächsten Vorstandswahl zu beurlauben, mit einer Gegenstimme abgelehnt worden war, erklärte sich Stefan “Aaron” Koenig bereit, sich nicht mehr im Namen der Partei zu äußern.

Hierbei wird die Tatsache, dass die Äußerungen des Privatmanns Stefan “Aaron” Koenig von der Öffentlichkeit wie auch teilweise von der Basis kaum von denen des Privatmanns unterschieden werden kann, ignoriert oder verkannt. Dabei sollte dem Vorstand dieses Phänomen aus der Tagespolitik sattsam bekannt sein.

Der Vorstatz des Vorstandmitglieds Stefan “Aaron” Koenig hielt jedenfalls nicht mal bis zur nächsten Vorstandssitzung an, denn noch in derselben Woche erschien ein Beitrag u. a. mit seiner Mitwirkung zum Thema Iran und atomare Bedrohung (Streit der Woche). Es ist offensichtlich, dass Stefan “Aaron” Koenig hierzu eingeladen wurde, da er Mitglied des Bundesvorstands der Piratenpartei Deutschland ist, denn an der Meinung eines höchstens in Fachkreisen bekannten Medienunternehmers dürfte kaum ein öffentliches Interesse bestehen, vor allem, wenn man Positionen und/oder Funktionen der übrigen Diskussionsteilnehmer berücksichtigt.

Stefan “Aaron” Koenig hat wiederholt bewiesen, dass er als Medienpirat nicht die notwendige Eignung besitzt und nicht über das ebenso notwendige politische Gespür für eine solche Aufgabe verfügt. Daher fordere ich den Vorstand unmissverständlich auf, den Willen eines relevanten Teils der Basis nicht länger zu ignorieren und ihm seine Befugnisse sowie seinen Posten bis zum nächsten Bundesparteitag durch Beurlaubung zu entziehen, um weiteren Schaden von der Partei abzuwenden.

Gezeichnet: –Anne Alter 01:30, 22. Feb. 2010 (CET), nur ein einfacher Pirat aus Hamburg

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February 20, 2010

Where is our PAV, Bundesvorstand?

Filed under: Internes, Piraten, Skandale, Vollpfosten — admin @ 5:45 am

Der Landesvorstand der Hamburger Piraten hat den Bundesvorstand der Piratenpartei mittels eines Antrags ersucht, Stefan/Aaron Koenig wegen wiederholt bewiesener Nichteignung für seinen Posten im Sektor Presse- und Öffentlichkeitsarbeit von selbigem zu beurlauben, ihn quasi in die Untätigkeit zu entsorgen und damit Schaden von der Partei abzuwenden. Wer unseren Vorstand kennt, der ahnte vielleicht, dass er in solchen Fällen das tut, was er immer zu tun pflegt: nämlich nichts. Der Mann soll – so sprach der Vorstand  mit Ausnahme eines wackeren Aufrechten, nämlich Andi Popp – bitte zukünftig vermeiden, für die Partei zu sprechen und seine Privatmeinung in seinem privaten Blog bitte noch deutlicher kennzeichnen als bisher. Derartige kosmetische Reparaturen sind nicht zielführend, denn nur der Status als einfaches Mitglied würde das bewirken, was sich viele von uns wünschen, nämlich dass der Name Koenig aus den aktuellen Veröffentlichungen von und über die Piratenpartei und ihren Vorstand getilgt werde und zu dem wird, was er verdient: zu einer peinlichen Fußnote in den Annalen der noch jungen Partei. Als einfaches Parteimitglied könnte er dann erzählen, was er will, denn vor peinlichen Typen und Spinnern ist keine Partei gefeit, auch die PIRATEN nicht. Es hätte so schön sein können, aber nein: Aaron/Stefan bleibt uns erhalten, wenn auch ohne erkennbare Funktion. Somit ist unklar, was er – außer der Teilnahme an den Telefonkonferenzen des Vorstands – eigentlich tun soll. Nett wäre gewesen ihn mit “sonstigen Aufgaben” zu beschäftigen. Das kennen wir alle aus der Teamarbeit, das “Mädchen für alles”, das für nichts richtig geeignet ist und daher mit einfachen Tätigkeiten beschäftigt wird, in der stillen Hoffnung, dass es in dieser Funktion am wenigsten stört. Aber nein, das “Stefan, das Klopapier ist alle!” wird ein Traum bleiben und nie durch die Räume der Geschäftsstelle schallen.

Dies bringt mich zu der Frage, was denn nun mit der beschlossenen Einleitung des Parteiausschlussverfahrens gegen Bodo Thiesen ist? Da war doch noch was? Richtig! Dafür haben einige von uns gekämpft, viele Piraten unterstützten dies, der Vorstand schloss sich den Forderungen an, und seitdem herrscht das Schweigen im Walde. Das heißt, es gab eine Wiedervorlage und einen Antrag, das Verfahren endlich einzuleiten. In der jüngsten Telefonkonferenz des Bundesvorstands wurde schließlich verkündet, dass man dabei ist, das aber Zeit braucht. Beschlossen wurde es im Juli, jetzt ist Februar, fast März, und der nächste Bundesparteitag ist nicht mehr weit. Jeder versteht, dass Sorgfalt wichtig ist in einer solchen Angelegenheit, dass ein solcher Antrag sauber formuliert werden muss, aber solange man ihn nicht in Altgriechisch schreiben muss, dürfte das schon ein kleines bisschen schneller gehen, trotz Bundestagwahl, den Weihnachtsfeiertagen und was sonst noch so anstand. Es wird sicherlich versierte Kräfte in der Partei geben, die da behilflich sein können, z. B. ehemalige Schiedsgerichtsmitglieder.

Es drängt sich nicht nur mir der Eindruck auf, dass man im Bundesvorstand gesinnt ist, die Sache schlicht auszusitzen und die “Causa Thiesen” irgendwann mal verhandelt wird, oder auch nicht, aber bitte auf keinen Fall während der eigenen Amtszeit. Mögen sich andere damit beschäftigen.

Werden wir auch. Nicht nur mit Thiesen, sondern auch mit Aaron/Stefan Koenig und dem Bundesvorstand insgesamt (vielleicht mit Ausnahme von Andi Popp und natürlich unseres allseits geschätzten und außerordentlich fähigen Schatzmeisters, Bernd Schlömer). Der nächste Bundesparteitag kommt bestimmt. Und wir kommen auch.

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February 12, 2010

Kompetenz

Filed under: Internes, Nervköppe, Piraten, Vollpfosten — admin @ 7:41 pm

Wir haben uns auf die Fahnen geschrieben, dass wir die Kompetenzpartei seien, wir sagen gern, dass wir weder rechts noch links, sondern vorne sind, und das ist schön. Noch schöner wäre, wenn es auch wahr wäre.

Bei den Piraten lässt sich ein überdurchschnittliches Bildungsniveau feststellen, der Wille, sich politisch einzubringen, eine Menge Kompetenz auf vielen Gebieten bei den Mitgliedern sowie der Wunsch, auf eine andere Art Politik zu machen, als die etablierten Parteien das tun. Dies macht die Piraten für viele attraktiv, die vorher nicht politisch aktiv waren, und das gilt auch für mich.

Leider lässt sich diese Kompetenz in den Führungsetagen der Partei nicht immer erkennen, teilweise darf man sie gar mit dem Staubkamm suchen. Unser oberster Medienpirat, der ob angeblicher Medienkompetenz in sein Amt gewählt wurde und nun deutlich zeigt, dass er entweder nicht weiß, was Medienkompetenz ist, oder dass es ihm scheißegal ist (was beides ungefähr auf dasselbe hinausläuft), ist hierfür ein gutes Beispiel. Wir, die Kompetenten und Intelligenten, haben ihn auf dem letzten Bundesparteitag in Hamburg auch gewählt, weil er sich geschickt dargestellt hat, und das ist, was wir für diesen Posten brauchen. Das war nicht schlau, vielleicht sollte man niemanden wählen, der erst seit 14 Tagen in der Partei ist, wie Aaron/Stefan Koenig damals, aber wir haben gelernt (auch ich habe gesündigt, ich war politisch jung und wusste es nicht besser). Wir werden uns hoffentlich auf dem nächsten Bundesparteitag weniger inkompetent und unintelligent gebärden.

Es ist eine allgemein bekannte Tatsache, dass es nicht immer die Besten und/oder Geeignetsten sind, die sich zur Wahl stellen, und man muss eben auch das wählen, was da ist, und das ist eben nicht immer das, was man gern wählen würde. Oft ist es auch ein Zeitproblem, das Piraten von einer Kandidatur abhält – und es ist natürlich zu begrüßen, wenn ein Kandidat sich bewusst ist, dass er wegen Zeitmangels ein Amt nicht so wird ausfüllen können, wie er gern möchte. Dies führte jedoch zu einem beklagenswerten Zustand, der nicht alle Vorstandsmitglieder der Piraten betrifft, aber doch zu viele.

So haben wir neben unserem Obersten Unfähigen/Unwilligen/Unbelehrbaren auch Leute, die gern vorn stehen wollen, auch wenn sich nicht erschließt, warum (an den entsprechenden Fähigkeiten kann’s nämlich nicht liegen, denn die sind nicht vorhanden), Leute, die einfacheren gesellschaftlichen Situationen nicht gewachsen sind, Intriganten, Leute, die Chaos verbreiten und strukturierte Arbeit nicht mal erkennen würden, wenn sie sie in den Hintern beißt. Und es gibt viele Namen, die man kennt.

Die Namen, die man kennt, sind auch problematisch. Sie zeichnen sich oft durch eine langjährige Parteimitgliedschaft aus (also ab 2006 oder 2007) und haben während ihren Amtszeiten nicht allzuviel Mist gebaut. Letzteres ist natürlich erfreulich, ersteres erinnert fatal ans Politbüro oder an den Bundespräsidenten. Sie sind die Wahl im Zweifelsfall, die Wahl, mit der man am wenigsten falsch machen kann. Sie sind die, die eben immer da waren. Und – zum Teil – leider auch immer noch da sind, wo sie von Anfang an waren, und das ist im  Vorstand. Es ist beileibe nicht jeder Altgediente ungeeignet, aber sie sind nicht per se geeignet, nur weil sie da sind. Und eben altgedient.

Ich würde mir wünschen, dass wir uns von diesem “der ist nett und der ist blöd” befreien, ebenso von “den kenn ich schon lange”, dass wir uns mit unseren Kandidaten im Vorfeld eingehend beschäftigen, und nicht erst am Wahltag. Dass wir keine Frauen wählen, nur weil sie niedlich oder einfach nur vorhanden sind. Dass wir lernen, dass Kompentenzbefreitheit ein Ausschlussgrund für ein Parteiamt sein muss.

Die Piraten sind keine Politprofis, und das gilt eigentlich für die Mitglieder aller kleinen Parteien, und sogar für die Großen, abseits der Führungsriegen. Aber das ist keine Entschuldigung, denn ein gewisses Maß an Professionalität sollte man von Berufs wegen schon haben (egal, welcher Beruf das ist). Wer das im Beruf nicht braucht und nie gelernt hat, wird es auch in einem Parteiamt nicht tun. Professionalität hat viele Gesichter und Aspekte, nicht jeder eignet sich für jede Aufgabe gleich gut, aber etwas mehr Eignung wäre bei manchen schon ganz schön.

Ich fordere daher keine Frauenquote für unsere Kandidaten, wie es so oft an uns herangetragen wird, sondern eine Kompetenzquote.

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Nachtrag: Politiblöd (leider)

Filed under: Piraten, Vollpfosten — Tags: — admin @ 5:53 pm

In meinem gestrigen Blogpost habe ich zwei Aussagen getroffen, die ich ergänzen muss:

1. Ich habe geschrieben, dass Aaron/Stefan Koenig im Sidebar seines Blogs vermerkt hat, dass er zwar seine persönliche Meinung äußert, diese aber im Einklang mit den Grundsätzen der Piratenpartei steht. Den Einklang hat der gute Mann leider still und leise entfernt, jedoch liefert NicsBlogHaus den Beleg, der nun nicht mehr uns Opponenten blamiert, die sich auf die ursprüngliche Version beriefen, sondern Herrn Koenig selbst. Und das ist doch ganz schön, finde ich.

2. Des Koenigs Bereitschaft, seine Blogposts von der Presseabteilung der Bundespiraten gegenlesen zu lassen, habe ich texlich belegt; im Interview mit Piratenradio in der gestrigen Sondersendung zum Fall des Koenigs hat ein Mitglied des dortigen Presseteams jedoch erwähnt, dass die Abteilung nie ein Post zur Kontrolllesung erhalten hätte. Die Interviews werden demnächst zum Download bereitgestellt, sind jedoch leider noch nicht online.

Ansonsten fordere ich Herrn Koenig auf, sein Geschriebe mal einzustellen, denn es gibt eine Menge Piraten, die sich um inhaltliche Arbeit bemühen und versuchen, Mitpiraten dafür zu interessieren. Diese sind not amused, dass auf den Mailinglisten  und in anderen Kommunikationsmedien nun Bullshit eines Fehlgeleiteten diskutiert wird anstelle von Sachthemen.

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February 11, 2010

Politiblöd

Filed under: Skandale, Vollpfosten — Tags: — admin @ 3:51 pm

Er hat es wieder getan: Stefan, Aaron, wie auch immer, hat ein Blogpost abgesetzt. Diesmal sind es wieder die Moslems (haben wir da ein kleines persönliches Problem, Herr Koenig?), genauer gesagt: Die Wucht der Koenig’schen Missbilligung trifft diesmal den Iran.

Die Beurteilung des Iran in politischer, soziologischer und historischer Hinsicht ist ein sehr komplexes Thema, das ganze Bibliotheken füllen kann, und es ist müßig, dies in einem begrenzten Kontext wie einem Blogpost auch nur zu versuchen. Fahrlässig ist es, eine derart beschränkte Sichtweise anzuwenden, wie Stefan/Aaron Koenig dies tut. Kaum jemand wird den Iran als Hort der Menschenrechte und der parlamentarischen Demokratie westlichen Zuschnitts bezeichnen, aber wie immer man das Regime einschätzen mag: Das Geschriebene ist mit den Grundsätzen der Piratenpartei, die sich ausdrücklich für die Favorisierung friedlicher, politischer Lösungen ausgesprochen hat, nicht vereinbar, und da wird es dann auch richtig problematisch, denn Herr König bezeichnet seine Posts ja als genau das.

Es möge dieses Zitat, das ein vollständiger Absatz ist, als Beleg dienen:

Ich fürchte, dass die Zeit für Verhandlungen und Kompromisse vorbei ist. Durch gezielte Schläge gegen die iranischen Atomanlagen muss der Westen jetzt den Machthabern in Teheran zeigen, dass wir uns von ihnen nicht länger auf der Nase herumtanzen lassen. Dies könnte im besten Fall das Regime so schwächen, dass die iranische Freiheitsbewegung es stürzt, so wie im Februar 1979 der Schah gestürzt würde. Dies wäre dem iranischen Volk und dem ganzen Nahen Osten zu wünschen. Hoffentlich besitzt Präsident Obama – der im Gegensatz zu seinem Vorgänger weder Kriegstreiber noch “Kreuzritter” ist – die Stärke, diesen unangenehmen aber notwendigen Schritt durchzusetzen.

(Stefan/Aaron Koenig, Politicool, Zum Jahrestag der Iranischen Diktatur)

Menschlich ist dieses Blogpost verständlich, wenn auch nicht verzeihlich: Es ist ein bisschen wenig los auf Bundesebene wie auch in den meisten Ländern. Wir beschäftigen uns mit dem drögen Bohren dicker Bretter, will sagen: mit inhaltlicher Arbeit. Damit scheint Herr Koenig es nicht so zu haben, und so wirkt es, als wolle er das Defizit der medialen Aufmerksamkeit dadurch ausgleichen, dass er befremdliche Blogposts unters Piraten- und sonstige Volk bringt.

Das ist nichts ungewöhnliches – viele Piraten tun dies. Nur eben auf eine weniger verhaltensauffällige Weise. Für die überwältigende Masse der politisch bloggenden Piraten scheint es kein Problem darzustellen, eine eigene, in der Satzung (noch) nicht verankerte Meinung zu äußern, ohne dass das zu großen Kontroversen führt oder parteischädigend wirkt. Bedenklich ist, dass der oberste Medienkompetenzpirat dazu augenscheinlich nicht willens und/oder imstande ist.

Verschärft wird die Situation dadurch, dass er ja ob seiner Unfähigkeit, inhaltlich saubere Postings zu verfassen, hoch und heilig zugesichert hat, jedes Blogpost gegenlesen zu lassen (zu finden hier) Ich zitiere:

Als Zeichen meines guten Willens biete ich an, meine Blog-Artikel in Zukunft von der Pressestelle der Piratenpartei gegenlesen zu lassen

Über Twitter laufen gerade Meldungen auf, in denen Mitglieder der Pressestelle verkünden, das neueste Machwerk aus dem Hause König nie gesehen zu haben. Ist der gute Wille etwa schon aufgebraucht?

Was sollte die Partei daraus lernen? Persönlich wäre es mir am liebsten, Herr Politicool würde sich eine andere Spielwiese für seine politische Coolness suchen oder mindestens seinen Posten räumen. Da dies jedoch eine Utopie ist, wünsche ich mir, er würde geräumt werden, und zwar schnell. Und sich, da er als politischer Autor im Sinne der Piratenpartei nicht taugt, ein schönes Hobby suchen, über das er schreiben kann.

Zudem sollte die inhaltliche Arbeit im Vordergrund stehen: Auch wenn es zu früh ist, ausformulierte Positionen zum gesamten Themenspektrum zu erarbeiten, wären ein paar grundsätzliche Aussagen zur Außenpolitik sicherlich hilfreich, um die Löcher zu stopfen, durch die dieser Ideologie-Aal sich leider zu winden versteht.

Aber wahrscheinlich wird es der nächste Bundesparteitag richten müssen, nur dass der innerparteiliche Schaden mit jedem zweifelhaften Post immer größer wird. Aber er wird es richten, da bin ich sicher.

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December 11, 2009

Aber sonst sind wir gesund: Staatshilfe für Zeitungen

Filed under: Bildung, Vollpfosten — admin @ 10:04 pm

Als ich auf Spiegel Online diesen Artikel las, fragte ich mich, ob Staatshilfen nun zur Standardoption für krisengeschüttelte Branchen werden sollen, sogar für die, die unabhängig von dem Ungemach der weltweiten Wirtschaftskrise in die Bredouille gerieten.

Die Krise der Zeitungen ist hausgemacht; ich bin sicher, dass in der Bevölkerung in dieser Zeit der gezielten massenmedialen Desinformation, in der jeder über Ehekrisen und Seitensprünge von Supersportlern (ehrlich, wen interessiert’s?) informiert ist, aber nur wenige das Swift-Abkommen überhaupt kennen, mehr denn je ein Bedarf an seriös und sorgfältig aufbereiteten Nachrichten besteht. Ich glaube also nicht, dass eine gesunkene Nachfrage nach echter Information Problem ist, sondern der Wunsch der Zeitungsverlage, alles haben zu wollen.

Man wünscht sich nach wie vor den Zeitungsleser, der morgens am Frühstückstisch die Ausgabe seines Leib- und Magenblattes durcharbeitet, will aber auch bei Google an erster Stelle stehen, wenn bestimmte Suchworte eingegeben werden. Daher gibt es auch die mehr oder weniger schlampig aufbereiteten Online-Auftritte der überregionalen (und vieler kleinerer) Zeitungen, wo man zumindest ausschnittweise das Tagesgeschehen frei Bildschirm geliefert bekommt. Bei vielen ist dieses Online-Angebot nicht unbedingt ein Aushängeschild, was seriösen Journalismus sowie handwerkliche Qualität angeht (schon mal was von Korrekturlesen gehört?). Bei der Online-Lektüre ergeben sich also zwei Probleme: Warum kaufen, was man eh umsonst haben kann (ah, das Google-Ranking!) und warum für etwas zahlen, das so schlecht gemacht ist.

Hinzu kommt, dass kaum jemand wirklich eine Zeitung von der ersten bis zur letzten Seite liest; fast jeder hat seine Schwerpunkte und Interessensgebiete. Da man sich – wenn man sich etwas Mühe gibt – im Internet auch in der Tagespresse kundig machen kann, wird man darauf verzichten, einzelne Zeitungen zu kaufen.

Auch auf diesem Gebiet wird wieder mal die aktuelle Entwicklung verschlafen, die sich nicht zurückdrehen lässt, auch wenn die Zeitungsverleger das doof finden mögen. Anstelle sich über Alternativen Gedanken zu machen, schreit man nach dem Papi-Staat, damit der ein Taschengeld auszahle, mal wieder mit den Arbeitnehmern als Geiseln. Hatten wir schon mal, funktioniert nicht auf nachhaltige Weise. Natürlich wird die Politik sich breitschlagen lassen und Geld in ein sterbendes Vertriebs- und Geschäftsmodell pumpen, denn sonst werden die Geiseln, äh, die Arbeitnehmer ja erschossen entlassen, doch dies wird den Niedergang nicht aufhalten können, denn aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

Ich darf mich rühmen, durchaus über etwas Branchenkenntnise zu verfügen; und mir fallen auf Anhieb mehrer Möglichkeiten ein, wie man dem Leser zu seinem Qualitätsjournalismus und den Zeitungen zu ihren Lesern verhelfen kann. Ehrlich. Es ist ganz einfach, und es gibt mehr als eine Möglichkeit, und alles ist durch selbständiges Denken herauszufinden.

Die Lösung ist nämlich nicht die Boulevardisierung der seriöseren Blätter (den Scheiß hat man im Fernsehen schon bis zum Abwinken) oder das Nachtuten von dem, was Lobbyisten gerne lesen. Und Staatshilfen können es auch nicht sein, da möchte ich anregen ,das Geld doch eher zu verbrennen. Das bringt zwar auch nichts, ist aber irgendwie lustiger.

Liebe Zeitungsverleger, Ihr könnt nicht alles haben: Leute, die für Inhalte zahlen UND bei den Suchmaschinen weit oben landen, Qualität und Popul- bzw. Lobbyismus. Hört auf, uns die Ohren vollzuweinen und findet die Lösungen, die Eure Kernkompetenz (nein, nicht die Brustvergrößerung von X und auch nicht das Fremdgehen von Y), nämlich die seriöse Information der Bürger in ein neues Zeitalter überführt. Es ist noch nicht zu spät, Ihr müsst das Pferd nicht zu Tode reiten. Ihr habt die Wahl, wählt also mit Verstand.

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December 3, 2009

Bundespiratenproblembär

Filed under: Piraten, Vollpfosten — admin @ 2:28 pm

Lieber Aaron, Stefan, oder wie auch immer Du heißen magst,

ich muss sagen, Du verursachst einiges Ungemach, vor allem unter denen, die einer differenziertere Sichtweise huldigen, und die Piratenpartei nimmt ja für sich in Anspruch, eine Partei der intelligenten Menschen zu sein.

Momentan erinnerst Du mich an Westerwelle, wie er so jämmerlich in einer Pressekonferenz gegenüber einem britischen Journalisten versagte, obwohl die Situation mit einem eleganten, höflichen Satz hätte erledigt werden können. Das ist ihm vielleicht nicht gegeben, was eher ungünstig für einen Außenminister ist, aber er musste live, in Farbe und unter den Augen der Weltöffentlichkeit bestehen, während Du in Deinem stillen Kämmerlein vor Dich hinschreibst und über das Verfasste reflektieren könntest. Gemeinsam haben Westerwelle und Du, dass Ihr irgendwie alle doch noch glücklich machen wollt, indem Ihr immer noch einen nachlegt, es aber gerade deswegen immer schlimmer wird.

Dass Du den zweifelhaften Link aus Deinem ersten Post entfernt hast, und das kommentarlos, ist unter allem Niveau und ein Zeichen mangelnder Diskussionskultur. Sei ein Mann und steh zu dem, was Du getan hast, andere tun es auch. Wenn Du erkannt hast, dass die Quelle nicht so das Wahre war, dann kannst Du das sagen, ohne das Gesicht zu verlieren. Ein Tipp am Rande: Gründliches Lesen vorher erspart einiges Ungemach.

Ich denke, dass kaum jemand dir in dem Punkt widerspricht, dass die Bürger der Schweiz abstimmen können, wie sie es für richtig halten. Wir müssen das Ergebnis nicht lieben, und mit der Rechtmäßigkeit der Abstimmung im europäischen und globalen Kontext beschäftigen sich ohnehin andere. Ebenso wird Dir niemand widersprechen, dass es islamischen Fundamentalismus gibt. Beim Lesen Deines … äh … wie immer man das nun nennen mag, drängt sich allerdings auf, dass Du Islam mit Fundamentalismus gleichsetzt, und das ist – wenn man die Situation weltweit, europaweit und deutschlandweit betrachtet, nicht nur haarsträubender Blödsinn, sondern auch Populismus aus der alleruntersten Schublade. Du redest somit denen das Wort, die überall reitende Djihadisten sehen, was mit der Lebenswirklichkeit hierzulande und anderswo überhaupt nichts zu tun hat. Ich erlaube mir, hier mal zu zitieren, bevor Du das vielleicht auch löschst. Du sagst über den Islam (wage nicht, zu sagen, dass Du den Islam nicht meinst, denn von etwas anderem ist bei Dir nicht die Rede):

Eine politisch-totalitäre Bewegung, die sich anderen Glaubens- und Denkrichtungen überlegen fühlt und den Anspruch hat, Andersdenkende zu bekehren und gegebenenfalls zu töten, steht hingegen nicht unter dem Schutz der Religionsfreiheit – denn Freiheit geht immer nur so weit, wie sie die Freiheit eines anderes nicht verletzt.

Autor: Aaron/Stefan König, Politicool, Respekt für die Schweiz

Als ich das las, dachte ich glatt, Du sprichst über das Christentum. Doch das – wie auch andere Religionen mit zweifelhaften Aussagen in ihren heiligen Schriften – lässt Du außer Acht, wie auch die zahlreichen Koransuren, die von Toleranz, Achtung und Menschenliebe sprechen. Vielleicht solltest Du Dir das Buch mal zulegen, gibt’s in jeder gutsortierten Buchhandlung, zumindest in einer Großstadt, und Lesen bildet ja bekanntlich.

Noch problematischer ist, dass Du es nicht gut sein lassen kannst, sondern in Post 2 und 3 versuchst zu relativieren, erklären etc., was Deine ursprünglichen Aussagen jedoch nicht zurücknimmt. In Beitrag Nummer 2 versteckst Du Dich hinter Schweizer Feministinnen, als wäre es irgendein Maßstab oder per se gut, wahr und richtig, wie die Damen entschieden haben. Die von Dir genannten Quellen sind einseitig, was unter den obwaltenden Umständen verständlich ist, aber EMMA-Beiträge zu dem Thema als “gut recherchiert” zu bezeichnen, ist doch ein wenig arg.

Beitrag Nummer 3 ergeht sich in allgemeinem Gewaber “dass ja jeder glauben kann, was er will”, “Religionsfreiheit ein hohes Gut ist” und so weiter und so fort. Und Du entdeckst tatsächlich den friedlichen Gläubigen, was ja gegenüber Post 1 schon ein Fortschritt ist, wo Du nicht mit einem Wort erwähnst, dass es im Islam so etwas überhaupt gibt.

Wie hoch der Anteil von totalitären Fanatikern in den verschiedenen Religionen ist, kann und will ich nicht beurteilen. Mit den friedliebenden, toleranten Anhängern einer Religion gibt es ja auch keine Probleme – aber jeder Fundamentalist ist meiner Ansicht nach einer zuviel.

Aaron/Stefan König, Politicool,  Von Türmen und Tempeln

So richtig lustig wird es dann mit Deinen Hintergrundinformationen, also mit dem vierten Post zum Thema. Generell begrüßenswert ist natürlich, dass Du da sebst mal nichts sagst, aber ich frage mich schon, ob Du uns verarschen willst. Falls Du dies nicht als Scherz meinst, empfehle ich Dir eine Meditation zum Thema “Hintergrundinformation” und was das überhaupt ist. Und natürlich den Blick über den Tellerrand – also auf fundamentalistische Strömungen anderer Religionen und natürlich politische Fundamentalisten.

Außerdem empfehle ich Dir die Satzung der Piraten und einen Blick auf unsere Fans bei Facebook. Da sind ganz viele türkische Namen bei, und ich glaube nicht, dass die zum Sturm aufs christliche Europa blasen oder versuchen, die Piraten zu unterwandern. Vielleicht versuchst Du einfach mal, mit denen ins Gespräch zu kommen und das selbst herauszufinden.

Besonders schön ist auch, dass die Leute, die nicht nur öffentlichkeitsgeil irgendeinen Kram absondern, sondern Basisarbeit leisten, also mit normalen Menschen auf der Straße sprechen, in der nächsten Zeit diesen Bullshit rechtfertigen dürfen. Falls Du Dich also gedrängt fühlst, noch irgendwas in Deinem Blog zum Thema zu schreiben, wäre eine Argumentationshilfe für befremdete Piraten hilfreich, die sich mit befremdeten Bürgern über dieses Thema austauschen dürfen. Noch schöner wäre allerdings, wenn Du Dich anderen, für uns alle weniger anstrengenden Inhalten zuwenden könntest. Falls es Dir da an Ideen mangelt, kündige doch einfach ein Ministerium an, von dem nur fünf Leute wissen oder beschäftige die Verwaltung diverser offizieller Stellen und diverse Piraten damit, dass Du Dir noch einen nicht eingetragenen Namen zulegst und unter diesem auftrittst. Ich bin sicher, Du wirst schon was finden.

In diesem Sinne,

Anne, Pirat, zutiefst befremdet

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