Piraten-Jinx

December 5, 2009

In eigener Sache: Zurückgehaltene Kommentare

Filed under: Sonstiges — admin @ 2:13 pm

Mich erreichten mehrere Anfragen von Kommentatoren, deren Kommentare nicht unmittelbar nach dem Posten auf der Seite erschienen. Darauf habe ich keinen Einfluss, das ist meine Anti-Spam-Maßnahme, die angesichts der aktuellen Situation im Internet unabdingbar ist.

Dieses Blog wird nicht moderiert, das heißt, jeder Kommentar, der keine gesetzeswidrigen Inhalte hat oder reine Werbung ist, erscheint auch, zur Not nach der manuellen Freischaltung.

Ich begrüße ausdrücklich eine Meinungsvielfalt in den Kommentaren, denn recht geben könnte ich mir auch ganz allein. Auch oder gerade abweichende Meinungen sind hier willkommen und werden veröffentlicht. Eine Moderation findet also nur in Bezug auf gesetzeswidrige Inhalte (rassistischer Müll, Aufruf zu Straftaten, Beleidigungen und Rufmord, das Übliche halt) statt.

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October 3, 2009

Zum Tag der Deutschen Einheit

Filed under: Sonstiges — Tags: — admin @ 8:57 am

Da das Nationale ja so gar nicht meins ist nie war und auch niemals sein wird, fällt mein Beitrag entsprechend aus. ;)

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September 17, 2009

Ach, dieses Genderding

Filed under: Piraten, Sonstiges — Tags: , — admin @ 1:51 pm

Vor ein paar Tagen ging es mal wieder rund im Internet. Der Grund war dieser Blogpost der Feministin Antje Schrupp. Und ich bekenne mich schuldig: Ich bin in den Ring gestiegen, denn es war mal wieder stärker als ich.

Ich muss gestehen, ich fand den Inhalt des Beitrags befremdlich, denn es ist zwar hochinteressant, dass Frau Schrupp selbständig eine eigene Definition des “modernen Piraten” erstellt hat, doch es wäre noch schöner gewesen, wenn der Piratenpartei mit ein wenig mehr Sachkenntnis begegnet worden wäre, also wenn die Autorin über Informationen aus erster Hand verfügt hätte. Dem war – wie man dem Text und den Kommentaren, so weit sie noch erhalten sind – entnehmen kann, anscheinend nicht so. Dennoch war Frau Schrupp eine faire und engagierte Diskussionspartnerin. Auch wenn die etwas nebelhafte Art der Argumentation, die selten konkret wurde, nicht unbedingt meinem Verständnis von Diskussionskultur entspricht.

Zum Thema generell: Ich finde den Titel schon nicht sehr glücklich, denn ob andere Feministinnen die Piraten wählen können oder wollen, mögen die bitte mittels einer eigenständigen geistigen Leistung selbst herausfinden. Ich kann schon, und ich bin sogar Parteimitglied. Und nein, ich bin keine Piratin, sondern ein Pirat wie alle.

Ich habe jedoch kein Problem, wenn jemand die Frage nach der -in/-In/-innen/-Innen-Endung anders beantwortet als die Piraten oder auch als ich (ich find’s nicht wichtig, wenn der Rest stimmt). Problematisch wird es nur, wenn einem dann eigenartige Dinge unterstellt werden, wie in den Kommentaren geschehen. Hier eine kleine Auswahl:

  • man würde sich von Männern instrumentalisieren oder unterdrücken lassen
  • man wäre in der Lesbenszene eine Femme
  • man wäre – da angenommen hetero – ein Weibchen, das erst mit 50+ merkt, was ambach ist, soszusagen
  • da man beteuert, dass man mitnichten nur die Dreckarbeit erledigen würde bzw. nicht unterdrückt wäre, wäre man es doch, hätte das nur nicht mitbekommen (das ist mein persönlicher Favorit, denn als Mensch mit annehmbarem Bildungsniveau und normaler Intelligenz hört man das besonders gern)
  • man wäre ein Fake oder ein Transsexueller – so passiert einem armen weiblichen Piraten, die unter ihrem eigenen Namen gepostet hat.

Ich habe überhaupt nichts gegen Lesben, egal welcher Ausrichtung oder gegen Transsexuelle, aber auch hier fehlte mir ein wenig die Faktenorientierung der Kommentatorin.

Ich finde es persönlich schade, wenn einem eine so beschränkte Sicht der Weiblichkeit, wie sie dort generell anzutreffen war, aufgedrängt wird. Ich persönlich habe nämlich entschieden, dass meine Weiblichkeit für sich spricht und keine dauernde Bestätigung durch Endungen braucht. Würde ich mich in einer konservativeren Gemeinschaft bewegen, als ich das im allgemeinen tue, wäre meine Sichtweise eine andere.

Leider wird einem jedoch die abweichende, aber natürlich legitime Meinung immer wieder aufgedrängt, gerade als Pirat. Der Mann war neulich in eine Diskussion mit einer linken/feministischen Bekannten verwickelt, die sich den Wahlwerbeflyer der Hamburger Piraten nicht durchlesen wollte, da sie die fehlende Endung als sexistisch identifizierte, und damit die gesamte Partei. Als der Mann, ärgerlich geworden, anmerkte, dass sie, falls sie eine Partei sucht, die ihr beim Menstruieren hilft, bei den Piraten an der falschen Adresse sei, wurde sie natürlich böse. Vielleicht hätte ich, als ich von diesem Dialog hörte, nicht lachen sollen (aus pädagogischen Gründen, sozusagen), hab’s aber trotzdem getan, da ich es lustig fand. Allerdings stimmt es mich auch nachdenklich, denn sich ein Wahlprogramm nicht durchzulesen und sich seine Meinung ganz unbelastet von jeglichen Fakten zu bilden, zeugt schon von einer gewissen Grundignoranz, und der gehe ich privat lieber aus dem Weg.

Als Pirat im Landesverband Hamburg war meine Mitarbeit willkommen, auch und gerade bei verantwortungsvollen Aufgaben (dafür musste ich noch nie Kaffee kochen). Wenn ich meine Meinung äußern will, kann ich das jederzeit tun, ohne “als Frau” abqualifiziert zu werden. Denn Bürger-, Freiheits- und Menschenrechte  gehen beide Geschlechter gleichermaßen an. Jedenfalls wusste ich nach dieser kurzen Visite im anscheinend geistig eher überschaubaren Universum einiger Feministinnen wieder, warum ich schon an der Universität um die Damen einen ziemlichen Bogen machte: Die, die dort aktiv waren (also nichts gegen Feministinnen allgemein!) erschienen mir verbissen, kleingeistig und beratungsresistent.

Wer sich als Frau – ob Feministin oder nicht – auf das Abenteuer Piraten und die Arbeit in einer Kleinpartei einlässt, dürfte sehr schnell feststellen, dass es den männlichen Piraten erst mal sehr egal ist, ob man weiblich oder männlich ist. Wie ein Kommentator (Pirat, männlich) so treffend bemerkte: nur zu viel Unsinn reden sollte man nicht.

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